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            <title>Editorial</title>
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            <author>Jens Ivo Engels, Volker Köhler</author>
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               <email>wdm@ulb.tu-darmstadt.de</email>
               <orgName role="hostingInstitution">Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt</orgName>
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               <idno type="DOI">10.48694/npl.4726</idno>
               <idno type="eISSN">2197-6082</idno>
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                  <addrLine>Magdalenenstr. 8, 64289 Darmstadt</addrLine>
                  <country>Germany</country>
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            <pubPlace ref="https://d-nb.info/gnd/4011077-1">
               <placeName>Darmstadt</placeName>
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               <ab xml:lang="en">This file is licensed under the terms of the Creative Commons
                  License CC BY 4.0 (Attribution 4.0 International)</ab>
            </availability>
            <date type="published">18.12.2025</date>
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            <ab>Born digital</ab>
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               <term>Essay</term>
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            <keywords xml:lang="de">

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               Liebe Leserin, lieber Leser,
            <p>mit diesem Editorial beginnt die rein digitale Geschichte der NPL. Gut sechs
               Jahrzehnte lang erschien unsere Zeitschrift nur gedruckt und eine knappe Dekade lang
               hybrid. Die Zeiten ändern sich. Ab heute erscheint die NPL im Diamond Open Access
               (DOA). Herausgebende und Redaktion sind überzeugt, dass wir als eine der ersten
               traditionsreichen wissenschaftlichen Zeitschriften aus den Geschichts- und
               Politikwissenschaften im DOA-Format einen wichtigen Schritt gingen, der freilich
               alternativlos war. Im Editorial für Heft 2/3 (2025) haben wir die Gründe dafür aus
               Sicht der Redaktion und unserer Autorinnen und Autoren nachgezeichnet.<note
                  type="footnote" xml:id="n1">
               Engels, Jens Ivo/Köhler, Volker: Editorial, in: NPL 70 (2025), H. 2/3, DOI: <!--
                  <ref corresp="https://doi.org/10.1007/s42520-025-00661-y" xml:space="preserve"
                     rendition="Hyperlink" style="font-family: Merriweather_Sans;  shd: clear;"></ref>-->10.1007/s42520-025-00661-y
               [Zugriff: 01.12.2025].
               </note> Das Editorial hat zahlreiche Reaktionen in
               der Fachwelt ausgelöst, die uns in unserer Entscheidung bestärkt haben. </p>
            <p>In diesem Editorial möchte ich einige weitere Überlegungen anstellen. Ausgangspunkt
               dieser Gedanken ist, dass sich die in DEAL gesetzten Hoffnungen nicht erfüllten. Ziel
               war neben der „Demokratisierung“ des Zugangs zu Forschungsergebnissen eine
               Kostendämpfung von Ausgaben für wissenschaftliche Publikationen. DEAL verlagerte nun
               die Kosten von der Abnehmerseite (Zeitschriftenabonnements) auf die Autorenseite
               (Publikationsgebühren). Am Ende zahlten die wissenschaftlichen Organisationen weiter
               doppelt: Erstens, indem sie die Arbeitszeit der Wissenschaftlerinnen und
               Wissenschaftler finanzierten und zweitens, indem sie für diese die anfallenden
               Publikationsgebühren übernahmen. Das geschah zunächst versteckt, in den letzten
               Jahren immer häufiger so, dass die Publizierenden diese Kosten spürten, etwa indem
               sie Lehrstuhlmittel dafür aufwenden mussten. Damit wurde der Zugang zu den
               Publikationen zwar demokratisiert, weil kostenfrei. Doch der Zugang zum
               Veröffentlichen wurde immer exklusiver. Zugleich verfeinerten die
               privatwirtschaftlich betriebenen Verlage ihr zunehmend risikoloses Geschäftsmodell
               weiter. Wir sind davon überzeugt, dass diese Entwicklung in die falsche Richtung
               geht, und haben uns auch deshalb auf den Weg nach DOA gemacht. Allerdings birgt
               dieser Schritt zugleich einige Risiken. Mit dem Abschied von unserem bisherigen
               Verlag verlieren wir eine nicht unbedeutende Einnahmequelle und ein sehr
               leistungsstarkes digitales Vertriebssystem inklusive einer international anerkannten
               Publikationsplattform auf höchstem technischem Niveau. </p>
            <p>Von nun an sind wir darauf angewiesen, dass die Kosten unserer Zeitschrift ‚vom
               Wissenschaftssystem‘ komplett übernommen werden. Insgesamt produzieren wir unser
               Produkt nun deutlich günstiger für die öffentliche Hand als bisher. Trotzdem
               entstehen natürlich weiterhin Kosten. Dabei ist eines klar: Eine Zeitschrift zu
               betreiben ist ein langfristiges Unternehmen. Es kann nicht einer kurzfristigen
               Projektlogik unterworfen werden, wenn es gedeihen soll. Insofern widerspricht unsere
               Tätigkeit einem Merkmal, das das Wissenschaftssystem seit einem Vierteljahrhundert
               dominiert. Deshalb beobachten wir mit großem Interesse die gerade anlaufende Debatte
               über neue Finanzierungsmodelle für wissenschaftliche Zeitschriften und mit gewisser
               Distanz die Zurückhaltung von Hochschulleitungen bei diesem Thema.</p>
            <p>Notwendig ist eine dauerhafte Finanzierung von Redaktionen und Online-Vertrieb. Der
               Vorteil: Fast alle diese Aufgaben werden von Wissenschaftlerinnen und
               Wissenschaftlern übernommen, und so kommt eine entsprechende institutionelle
               Förderung direkt der Forschung zugute. </p>
            <p>An dieser Stelle sei noch einmal die zentrale Rolle von Redaktionen betont. Sie sind
               keine technischen Dienstleister, sondern erbringen genuin wissenschaftliche und
               wissenschaftspolitische Arbeit. Bei der NPL gilt seit den 1950er Jahren der Grundsatz
               der „autonomen Redaktion“: Sie wird zwar von den Herausgebenden beraten und
               unterstützt. Im Alltag trifft sie jedoch die zentralen Entscheidungen selbst. So, wie
               die NPL insgesamt als ein Organ der wissenschaftsinternen Qualitätssicherung gelten
               kann, indem sie neue Forschungsergebnisse darstellt und kritisch einordnet, so
               leistet die Redaktion die zentrale qualitätssichernde Arbeit innerhalb der NPL. Sie
               stützt sich dabei auf externe Expertise und Gutachten. Doch die Auswahl der Themen,
               der Autorinnen und Autoren sowie der Gutachtenden erfolgt im Regelfall durch die
               Redaktion. Das erfordert Umsicht, Verantwortungsbewusstsein und einen sehr guten
               Überblick über die Forschungslandschaft in Geschichts- und Politikwissenschaft. Nach
               unserem Eindruck ist diese Arbeit mindestens ebenso wichtig, zuverlässig und
               qualitativ hochwertig wie die Expertise, die wir in Form von externen blinded
               Peer-Review-Gutachten erhalten. Wir würden es sehr begrüßen, wenn Formen des
               Editorial Review stärkeren Eingang in die Debatte über die Finanzierung
               wissenschaftlicher Zeitschriften fänden.</p>
            <p>Bei allen Herausforderungen: Es gibt deutliche Lichtblicke in der aktuellen
               Situation. Den Umstieg auf DOA haben wir nur deshalb angehen können, weil in
               Darmstadt ein sehr leistungsfähiger Publikationspartner ansässig ist. Die
               Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) Darmstadt hat sich im letzten Jahrzehnt zu
               einer führenden Einrichtung für Infrastrukturen des wissenschaftlichen Publizierens
               in Deutschland entwickelt. Nicht ohne Grund ist sie seit 2025 Konsortialführerin der
               deutschlandweiten „Servicestelle für Diamond Open Access“ (SeDOA). </p>
            <p>Beim Umstieg in den letzten rund zehn Monaten haben wir eine sehr umfangreiche
               Unterstützung durch die ULB genießen dürfen. Dafür sagen wir insbesondere
               Anne-Christine Günther und ihrem Team „Digitales Publizieren“ sowie dem Direktor
               Thomas Stäcker herzlichen Dank. Mit diesem starken Partner ‚im Hause‘ gehen wir mit
               breiter Brust in die Ära des DOA.</p>
            <p>Zu guter Letzt geht der Wechsel zu DOA mit einem kleinen Generationswechsel im Kreis
               der Herausgebenden einher. Zwei der NPL über Jahrzehnte verbundene Herausgeber haben
               uns verlassen. Ganz herzlichen Dank an Lutz Raphael, der in einer frühen
               Karrierephase einst Redaktionsleiter der NPL gewesen ist, sowie an Jürgen
               Osterhammel. Zugleich stoßen nun vier Neue zu uns: Nicolai Hannig (Darmstadt), Theo
               Jung (Halle), Reinhild Kreis (Siegen) und Daniel Siemens (Newcastle). Sie werden der
               NPL neue Impulse geben und nach dem Übergang ins rein Digitale das Profil der NPL
               schärfen. Ihnen ein herzliches Willkommen!</p>
            <p>Jens Ivo Engels</p>
         </div>
         <div>
            <head rendition="berschrift1">Grußwort der Redaktion</head>
            <p>Liebe Leserinnen und Leser,</p>
            <p>ergänzend zum Editorial unseres geschäftsführenden Herausgebers Jens Ivo Engels
               möchten wir, die Redaktion der NPL, Sie ebenfalls mit einem kleinen ‚Gruß aus der
               Küche‘ in der digitalen Gegenwart unserer Zeitschrift begrüßen. </p>
            <p>In den letzten Monaten haben wir im Hintergrund viele Prozesse umgestellt und uns
               Gedanken über die Möglichkeiten des digitalen Publizierens gemacht. Wir haben uns mit
               anderen Redaktionen ausgetauscht und viel gelernt. Nun starten wir mit Ideen und
               Vorfreude in dieses neue Kapitel und werden Sie informieren, wenn und wie wir unsere
               Ideen <hi style="font-style: italic;">peu à peu</hi> umsetzen werden. Ein besonderer
               Dank gilt Andrea Perthen, die als Redakteurin unsere Projektmanagerin wurde und im
               vergangenen Jahr die Transformation auf sehr vielen sichtbaren und unsichtbaren
               Ebenen in die Hand genommen und vorangetrieben hat. </p>
            <p>Nun können wir voller Freude und Zuversicht sagen: Künftig erreichen Sie ‚Ihre‘ NPL
               unter https://www.neue-politische-literatur.tu-darmstadt.de/. Dort werden Sie sowohl zu unseren aktuellen Artikeln
               und Heften weitergeleitet als auch die Möglichkeit haben, sich in unserem Content
               Management System (CMS) zu registrieren oder anzumelden. Über dieses werden wir
               künftig konsequent Autor_innen, deren Beiträge und Gutachten verwalten. Das
               erleichtert uns, aber hoffentlich auch unserer Autorenschaft den Arbeitsprozess. </p>
            <p>Wir werden zudem einen Newsletter einrichten, der Sie per E-Mail über das Erscheinen
               aktueller Hefte informiert. Sollten Sie Interesse daran haben, so schreiben Sie uns
               eine kurze E-Mail mit dem Betreff „Newsletter“ an<!--  <ref
                  target="mailto:npl-review@pg.tu-darmstadt.de" xml:space="preserve"
                  rendition="Hyperlink"></ref>--> npl-review@pg.tu-darmstadt.de. Darüber hinaus möchten wir Sie herzlich einladen,
               der NPL auf bluesky (@nplreview.bsky.social) zu folgen, wo Sie nicht nur aktuelle
               Informationen erhalten, sondern immer wieder anlassbezogen auf Beiträge aus unserem
               Archiv hingewiesen werden.</p>
            <p><hi style="font-style: italic;">A propos</hi> Archiv: Der Prozess des <hi
                  style="font-style: italic;">back-issue</hi>-Transfers ist angestoßen. Inzwischen
               sind die Daten unseres alten Verlages an die ULB übermittelt und wir freuen uns,
               Ihnen demnächst die letzten sieben Jahrgänge auch auf unserer neuen Webpräsenz
               präsentieren zu können. Ältere Texte finden Sie zudem teilweise bei recensio.net. Ab
               2026 werden wir mit der Münchner Meta-Plattform wieder zusammenarbeiten. Unsere
               künftigen Texte werden Sie also ebenfalls dort finden können.</p>
            <p>Wir freuen uns, dass wir unsere digitalen Hefte mit spannenden Beiträgen beginnen
               dürfen. Insbesondere sind wir Hubertus Buchstein sehr dankbar, dass er zugestimmt
               hat, seine beiden großartigen Beiträge zu Geschichte und Gegenwart der Frankfurter
               Schule so zu schieben, dass sie unseren Relaunch als „Headliner“ begleiten können.
               Sie bilden für uns eine Brücke, die zeigt, wie unsere inhaltlichen Stärken und
               thematischen Schwerpunkte auch im neuen Gewand weiter zentral bleiben. </p>
            <p>In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Vergnügen mit unserem neuen Heft.</p>
            <p>Ihre NPL-Redaktion</p>
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