Einleitung
Am 31. Juli 2022, um 21:40 Uhr, tötete das US-Militär mit einem Drohnenangriff Aiman al-Zawahiri in Kabul, nicht weit entfernt von der amerikanischen Botschaft. Damit starb einer der zentralen Verantwortlichen für die Anschläge vom 11. September 2001. Zwar dominierten in den Medien tagespolitische Fragen und Kommentare die Meldung zum Tod des Anführers der Organisation al-Qaida, doch tauchten auch einige Stimmen auf, die einen Rückblick auf nahezu zwei Dekaden der sogenannten „9/11-Wars“1 wagten. Kritisch bemerkte David E. Sanger in der „New York Times“, es habe sich in dieser Zeit nicht viel verändert, schließlich regierten die Taliban immer noch und beherbergten Terroristen genauso wie 21 Jahre zuvor.2 Ähnlich betonte Claire Parker in der „Washington Post“ im Rahmen einer Serie zu 9/11, wie wenig die „9/11-Wars“ dazu beigetragen hätten, die Ideologie hinter al-Qaida und ähnlichen Gruppen zu bekämpfen.3 Dieser relativ frustrierenden Einsicht folgte in der „Post“ eine interessante Anmerkung: Zwar sei die Gefahr des Terrorismus seit 9/11 geblieben, doch habe sich der Fokus zugunsten anderer Themen wie Klimawandel oder China verschoben. Eine Erklärung hierfür führten Don Russler und Muhammad al-Ubaydi im zentralen intellektuellen Organ des Combating Terrorism Center at West Point hinsichtlich der Terrorismusbekämpfung, dem „CTC Sentinel“, an: 9/11 sei für viele Amerikaner mittlerweile nur noch eine ferne Erinnerung.4 Die Anmerkungen zum Tod al-Zawahiris machen deutlich, dass die Anschläge vom 11. September 2001 ihren Griff auf die Gegenwart inzwischen deutlich zu verlieren beginnen. Wenn der Pulverdampf eines Ereignisses verzieht und das Vergessen als Voraussetzung des Erinnerns um sich greift, ist die Stunde der Historiker gekommen, um einen unaufgeregteren Blick auf die Geschichte werfen zu können.5 Dazu benötigt der Historiker vor allem eines: Quellen.
Eine dieser Quellen ist bislang von der Forschung kaum beachtet worden: die Texte des Journalisten Mustafa Hamid (alias Abu Walid al-Masri). Von ihm kann man beispielsweise erfahren, dass neben Osama bin Laden vor allem al-Zawahiri ein großer Befürworter der Anschläge vom 11. September 2001 war. Gleichzeitig erstaunt den Leser von Hamids Büchern, dass diese Anschläge im Vor- und Nachfeld heftig umstritten waren. Nicht nur innerhalb al-Qaidas, sondern im gesamten Umfeld der sogenannten „afghanischen Araber“ in den Ausbildungslagern des afghanisch-pakistanischen Grenzgebietes.6 Anhand dieser Beispiele soll verdeutlicht werden, dass Hamids Texte einen einmaligen Einblick in die ‚Evolution‘ al-Qaidas, in die Ursprünge der Taliban-Bewegung sowie in die ersten Ansätze des Islamischen Staates bieten. Der Leser bekommt folglich mögliche Antworten auf die schwierigen Warum- und Wer-Fragen, welche die Amerikaner seit 9/11 quälen:
Aber wir sind nicht bis zum „Warum“ gekommen. Warum hassen sie uns? Warum haben sie uns angegriffen? Warum gehen sie so vor, wie sie vorgehen? […] Auch die Frage nach dem „Wer“ wurde nie wirklich beantwortet. […] Warum machten wir die Taliban zu unseren Feinden, als wir von al-Qaida angegriffen wurden?7
Besonders interessant sind diese Berichte, da Hamid die entscheidenden Protagonisten persönlich kannte, sich in ihrer Nähe bewegte, in den 1980er und 1990er Jahren die Entwicklungen der „afghanischen Araber“ am eigenen Leib an der afghanisch-pakistanischen Grenze erfuhr und zum Teil auch selbst mitgestaltete. Doch in diesen Vorzügen schwingt auch gleichzeitig das Problem mit: Inwiefern kann man Hamid aufgrund seiner persönlichen Involviertheit in die Geschehnisse, Prozesse und Organisationen trauen?
Überblick: Zentrale Akteure
Am 11. September 2001 führte die Organisation al-Qaida in den USA mit entführten Zivilflugzeugen Anschläge auf das World-Trade-Center in New York und das Pentagon in Washington durch. Ein weiteres Flugzeug war auf dem Weg nach Washington. Der Anschlag wurde jedoch von den Passagieren der entführten Maschine verhindert. Das Datum 9/11 brannte sich in das kollektive Gedächtnis vor allem der Amerikaner ein und führte zu einer starken, weltweiten Reaktion der USA, den sogenannten „9/11-Wars“. Der Schock rief eine öffentliche, mediale und politische Beschäftigung mit der Organisation al-Qaida hervor.8
Mithilfe vieler Interviews und der Auswertung einer Vielzahl von Dokumenten erforschte eine offizielle Untersuchungskommission in den USA die Hintergründe der Anschläge. Die Arbeit der Kommission bildete trotz aller Kritik9 einen Meilenstein in der Aufarbeitung der Anschläge und brachte auch wichtige Erkenntnisse über die Organisation al-Qaida, ihre arabischen Kämpfer und ihre Unterstützer in Afghanistan hervor.10
Direkt nach den Anschlägen standen Afghanistan und die Taliban als Herrscher des Landes im Blickpunkt des politischen Interesses. Sie hatten der Organisation al-Qaida Unterschlupf gewährt. Zur Auslieferung an die USA waren sie nicht bereit. Nach US-Militärangriffen flohen die Taliban und zogen sich in die Grenzregion in Richtung Pakistan und auch in den Iran zurück.11 Bei den Taliban handelt es sich um eine islamistisch geprägte Gruppe von Kämpfern, deren Anführer Mullah Omar das bürgerkriegsversehrte Afghanistan in den 1990er Jahren mit dem Motiv eroberte, wieder Recht und Ordnung auf Basis der Scharia herzustellen, verschiedene afghanische Warlords besiegte oder in die Taliban-Bewegung integrierte. Zu diesen Warlords zählte auch Dschalaluddin Haqqani, der seinen Einfluss seit den 1980er Jahren in der afghanisch-pakistanischen Grenzregion Paktia geltend machte.12 In den 1980er Jahren hatten die USA, Saudi-Arabien und vor allem Pakistan Haqqanis Lager im Grenzgebiet gegen die Rote Armee gefördert. In einem der vielen Stellvertreterkriege mit den USA war die Sowjetunion damals in Afghanistan militärisch engagiert. Haqqani beherbergte auch Kämpfer aus der arabischen Welt, die in einem Dschihad die ‚ungläubigen‘ Kommunisten aus der Sowjetunion zu bekämpfen trachteten. Darunter waren auch Kämpfer, die später den Kern von al-Qaida bildeten: unter anderem Abu Hafs al-Masri und Abu Ubaida.
Bereits kurz nach dem 11. September 2001 lernte die politisch interessierte Öffentlichkeit den Namen Abdullah Azzam kennen – Mitglied der jordanischen Muslimbruderschaft, Palästinenser, Professor für islamische Theologie, Mitgründer der Hamas und Fundraiser für den afghanischen Dschihad –, der als Gründervater al-Qaidas dargestellt wurde.13 Auch über Osama bin Laden, den saudischen Finanzier und Chef der Organisation, erfuhr die Öffentlichkeit vor allem im Zuge der Untersuchungskommission einige Details. Er stammte aus einer wohlhabenden und einflussreichen saudischen Unternehmerfamilie mit kritischer Nähe zum saudischen Königshaus. Bin Laden reiste in den 1980er Jahren ins afghanisch-pakistanische Grenzgebiet, um dort die Lager der sogenannten „Peschawar Sieben“, jedoch vor allem die Lager des Mitgliedes der Muslimbruderschaft, Abdul Rasul Sayyaf, mit dem Baugerät des Unternehmens bin Laden gegen die sowjetischen Kampfhelikopter zu befestigen. Zusammen mit den arabischen Kämpfern aus den Lagern der afghanischen Warlords, den „afghanischen Arabern“, gründete er in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre die Organisation al-Qaida.14 Grund war die vielfältige Kritik an der bisherigen Organisation und der Effizienz des Kampfes gegen die Sowjetunion in den Lagern der afghanischen Warlords und in Azzams ‚Dienstleistungsbüro‘. Zunächst ging es folglich um eine effizientere Kampfstrategie und -taktik gegen die Sowjetunion vor allem für arabische Kämpfer. Nach dem Rückzug der Sowjetunion aus Afghanistan suchte man dann in den 1990er Jahren einen neuen Schauplatz für den Dschihad. In der zweiten Hälfte der 1990er Jahre rückten die USA als mögliches Ziel von Terroranschlägen in den Mittelpunkt der Auseinandersetzungen innerhalb al-Qaidas. Bin Laden wurde erst 2011, knapp zehn Jahre nach den Anschlägen von 9/11, zur Rechenschaft gezogen. In einer geheimen US-Militäroperation töteten US-Spezialeinheiten in Abbottabad, Pakistan, den Anführer der Organisation al-Qaida.15
Trotz der intensiven Auseinandersetzung mit al-Qaida in der Politik, den Medien und der Wissenschaft, fehlt es bis heute an der Erschließung brauchbarer Primärquellen, um eine fundierte Geschichte der Organisation und der „afghanischen Araber“ schreiben zu können. Die Fußnoten der Untersuchungskommission sind hierfür bezeichnend. Sie berufen sich hauptsächlich auf journalistische Artikel, Geheimdienstdokumente und Interviews. Arabischsprachige Primärquellen aus dem unmittelbaren Umfeld al-Qaidas findet man dagegen kaum.16
Mustafa Hamids Texte als Quellen
Mustafa Hamid wurde nach eigenen Angaben 1945 in Ägypten geboren. Neben seiner Kampf- und Verwaltungstätigkeit für den afghanischen Dschihad schrieb er in den 1980er und 1990er Jahren als Journalist für Zeitungen in Abu Dhabi, für den renommierten und zugleich umstrittenen Sender „Al Jazeera“ und auch für Zeitschriften des berühmten afghanischen Kommandanten Dschalaluddin Haqqani über den Afghanistankrieg. Fast völlig von der Forschung missachtet, veröffentlichte er seit 1994 ‚Bücher‘ zu seinen Erfahrungen, die inzwischen zwölf Bände umfassen und bis ins Jahr 2002 reichen.17 Die Bände bestehen aus einer Sammlung von Tagebucheinträgen, eigenen und fremden Zeitungsartikeln sowie nachträglichen Reflexionen. Hamids Bücher sind nicht in Verlagen erschienen, sodass ihnen die üblichen Angaben (vor allem Erscheinungsort und Erscheinungsdatum) fehlen. Sie gleichen eher Manuskripten. Häufiger lassen sich die Orts- und Zeitangaben aus dem Vorwort entnehmen. Die unten vorgeschlagene Chronologie der Bände entspricht den angegebenen Orts- und Zeitangaben oder der inhaltlichen Logik. Die einzelnen Bücher selbst enthalten keine Bandangaben und nicht alle sind mit dem unten angegebenen Reihentitel versehen.
Zudem ist einschränkend zu sagen, dass die älteren Bücher oder Manuskripte Passagen aus späterer Zeit enthalten, die den Textfluss unterbrechen. Oft sind diese späteren Kommentare durch Absätze oder ähnliches markiert. Allerdings ist nur schwer nachvollziehbar, inwiefern neben diesen optisch erkennbaren späteren Einfügungen auch noch nicht gekennzeichnete spätere redaktionelle Eingriffe in die älteren Textstücke vorhanden sind. Durchaus denkbar wäre eine nachträgliche Anpassung der älteren Texte an Hamids spätere Kritik zu Entwicklungen, die zur Radikalisierung der Araber-Gemeinde („Dschalalabad-Schule“) bis hin zu den Anschlägen vom 11. September 2001 geführt haben.
Im Folgenden werden wir trotz der genannten Einschränkungen von den „Büchern“ Hamids sprechen. Alternativ dazu wird der neutralere Begriff „Texte“ verwendet. Den unten als Band 6 und 12 benannten Texten kommen eine Sonderstellung zu. Band 6 geht über das Jahr 1992 hinaus und deckt vor allem die zweite Hälfte der 1990er Jahre bis 2001 ab. Zudem enthält er eine längere Zusammenfassung der vorigen Bände. Band 12 weicht von den anderen Büchern insofern ab, als er mehr einem journalistischen Bericht zum Thema Drogenanbau in Afghanistan gleicht denn Erinnerungen und der Verarbeitung eigener Erfahrungen. Insofern könnte man den Band 12 auch aus der Reihe entfernen und als eigenständiges Buch behandeln. Tatsächlich als klassisches Buch ist ein Interviewband mit der australischen Forscherin Leah Farall erschienen.18
Der große Vorteil von Hamids Büchern ist ihre stilistisch relativ einfache und sachliche Verarbeitung der Geschehnisse. Im Vergleich zu anderen Schreibern unter den „afghanischen Arabern“ – wie zum Beispiel dem bekannten Abdullah Azzam, dessen Werk sogar noch umfangreicher sein dürfte und der einen manierierten, theologischen Stil pflegte – blieb Hamid seiner journalistischen Ausbildung treu. Das wirkt sich auch auf den Inhalt aus. Bei Azzam überwiegen quantitativ die theologischen Passagen und Deutungen seine Darstellung der Ereignisse und Prozesse. Selbst wenn es zur Darstellung historisch interessanter Details kommt, werden diese vom theologischen Stil und Inhalt qualitativ und quantitativ überformt.19 Hamids Deutungen sind mehr von einer politischen und journalistischen Sicht geprägt. Prinzipiell ist eine solche sachliche und gut recherchierte Perspektive sehr selten unter den „afghanischen Arabern“. Ähnlich wie bei Azzam dominiert bei den meisten bis in die Gegenwart hinein mehr oder weniger ein theologisch-religiöser Duktus, der damit stark von einer islamistischen beziehungsweise ideologischen Sicht auf die Welt eingefärbt ist. Bei Hamid dagegen ist diese ideologische Sicht durchaus vorhanden, aber sie ist viel weniger von islamistischen Tendenzen geprägt. Neben Hamids beruflicher Verpflichtung auf einen kritischen Journalismus dürfte diese Distanz mit seiner marxistisch-nasseristischen Sozialisation während seiner Studienzeit in Alexandria in den 1970er Jahren zusammenhängen.20
Ein weiterer Vorteil von Hamids Texten ist der lange Berichtszeitraum, der sich von 1979 bis 2002 erstreckt. Diesen zeitlichen Rahmen kann kein anderes Werk eines „afghanischen Arabers“ bieten. Abdullah Azzam tauchte erst relativ spät in Miranschah 1984 auf. Der Star-Fundraiser für den afghanischen Dschihad hatte schließlich mit seiner Heimat Palästina andere Prioritäten, die er nie ganz aufgegeben hat. In seinen Schriften und Reden bleibt deshalb Afghanistan seiner Heimat immer untergeordnet.21 Diese Vorliebe wurde Azzam wahrscheinlich auch zum Verhängnis. 1989 starb er durch einen Anschlag. Von Hamid erfahren wir einiges über die Hintergründe des Attentates und vor allem über die weitreichenden Folgen in der Gemeinde der „afghanischen Araber“ und bei den afghanischen Führern.22
Im Vergleich zu Azzam oder auch anderen „afghanischen Arabern“ wie Aiman al-Zawahiri kann man bei Hamid sein echtes Interesse für Afghanistan und die Afghanen feststellen. Azzams Vorliebe für Palästina haben wir bereits erwähnt. Ähnlich stellte für al-Zawahiri Afghanistan nur eine Zwischenstation für Ägypten dar. Nach der Niederlage 1989 vor Dschalalabad versuchte er deshalb vor allem über die Ägypter Abu Ubaida und Abu Hafs, dem Führungspersonal al-Qaidas, die Ressourcen der „afghanischen Araber“ und ihrer globalen finanziellen Fundraising-Strukturen nach Ägypten beziehungsweise in den Sudan zu lenken.23 Die instrumentale Sicht Afghanistans für den ‚eigentlichen‘ Dschihad hatte nicht nur mit den unterschiedlichen Heimatländern der Kämpfer in Afghanistan zu tun, sondern auch mit den strikteren religiösen Ansichten al-Zawahiris und denen vieler anderer „afghanischen Araber“. Denn die Afghanen waren doch stark durch persische und sufistische Einflüsse geprägt, die man in Ägypten und in Saudi-Arabien ablehnte.24 Dagegen wurde Hamid nach seiner marxistischen-nasseristischen Phase Ende der 1970er Jahre und nach seiner Übersiedlung nach Abu Dhabi von der vergleichsweise etwas toleranteren Missionsgruppe Dschamaat al-Tablighi beeinflusst.25 Lange vor Abdullah Azzam vertrat diese Gruppe über eine Fatwa des Scheichs Ahmed bin Abd al-Aziz Mubarak die Ansicht, der Dschihad zur Unterstützung sei eine „individuelle Pflicht“ für jeden Muslim.26 Nach dem Putsch gegen den Ministerpräsidenten Afghanistans Nur Muhammad Taraki 1979 empfing die örtliche Moschee über Kontakte der Dschamaat nach Afghanistan eine Delegation aus Herat, die auch Hamid kennenlernte.27 Der Dschihad in Afghanistan war für ihn nicht das Vorspiel eines Dschihad in einem anderen Land, sondern in Afghanistan sollte die „solide Basis“ für einen islamischen Staat gelegt werden.28
Ein weiteres Argument für Hamid stellt sein umfassendes Netzwerk an Kontakten in Afghanistan und darüber hinaus dar. Hamid kannte alle relevanten Akteure der Araber-Gemeinde in Afghanistan persönlich – angefangen von Abdullah Azzam über Abu Hafs bis hin zu Osama bin Laden, Dschalaluddin Haqqani oder Mullah Umar. Hamid war zudem auch fast immer am entscheidenden Ort des Geschehens: in Peschawar, Miranschah, im Faruq-Lager oder in Kandahar. Dadurch gewinnt der Historiker einen unmittelbaren Einblick in wichtige Prozesse, in die Motivlagen unterschiedlicher Akteure und deren Diskurse sowie in die Anfänge verschiedener Gruppen und Organisationen. Ist diese unmittelbare Nähe ein Zufall? Oder spielte sich Hamid auf? Im schlimmsten Fall hat er möglicherweise alles erfunden. Bücher auf eine Webseite zu stellen, ist schließlich keine große Schwierigkeit. Was spricht für die Authentizität Hamids? Zunächst einmal inhaltlich der Umfang der Darstellung, die vielen Details und die tiefe Charakterisierung der verschiedenen Akteure. Eine relativ ähnliche sachliche Darstellung im Duktus des ausgebildeten Historikers erhalten wir zwar über Musab al-Suris mehr als 1.000-seitiges Buch, doch überwiegen hier abstrakte Passagen mit viel Theorie und damit eine relativ oberflächliche Darstellung von Motiven und Charakteren. Es fehlen die vielen kleinen und ‚empirischen‘ Details, mit denen Hamids Texte glänzen. Das hängt mit al-Suris fehlender Nähe zur Araber-Gemeinde in Afghanistan zusammen. Er hielt sich nicht so lange wie Hamid in Afghanistan auf und seine Kontakte beschränkten sich auf einen kleineren, hauptsächlich syrischen Kreis. Interessanterweise kann al-Suri auch anders. Schaut man sich seine anderen ‚Bücher‘ an, in denen es um sein Heimatland Syrien und den syrischen Dschihad Ende der 1970er/Anfang der 1980er Jahre geht, an dem al-Suri selbst beteiligt war, erhalten wir einen ähnlichen Reichtum an Details und emotionaler Beteiligung wie in Hamids Werk über die „afghanischen Araber“.29
Weiter spricht für Hamids Authentizität seine Darstellung der Auseinandersetzungen innerhalb der Araber-Gemeinde ‚am Hof‘ (in Peschawar). Eine erfundene und damit ‚bereinigte‘ oder oberflächliche Darstellung hätte wahrscheinlich auf die Konflikte verzichtet und sich mehr auf abstraktere Theorien und historische Konzepte wie al-Suri gestützt. Doch gerade die Beschreibung dieser Spannungen waren für Hamid zentral, stellten sie doch eine Lehre dar, welche die aus seiner Sicht ‚guten Zwecke‘ zu Fall brachten. Die meisten anderen Texte aus den Federn der „afghanischen Araber“ versuchten sich eher an einer harmonisierten Darstellung. Beispielsweise werden Abdullah Azzams Harmonisierungsbemühungen zur Schlichtung des Streits vor allem zwischen den afghanischen Anführern sowohl aus seinen eigenen Texten als auch aus Hamids Darlegungen deutlich.30 Oder all die nostalgischen Kämpferautobiografien, die den Märtyrertod verherrlichen und lediglich aus einer eingeschränkten Perspektive über einen kleinen Frontabschnitt mit einer zeitlichen Einschränkung berichten.31 Das US-Militär war so beeindruckt von den Darlegungen der Konflikte in Hamids Texten, dass man daraus eine eigenständige Strategie entwickelte, die auf diesen Auseinandersetzungen basierte.32
Außerdem stellt Hamid Fotos in seinen Büchern zur Verfügung, die entweder ihn selbst oder zentrale Akteure der Araber-Gemeinde zeigen. Diese Fotos sind insofern erstaunlich, als sie den privaten Charakter durch die Gestik der Fotografierten oder durch das Fotomotiv verdeutlichen. Wir sehen beispielsweise ein Foto von der Khost-Front im Jahre 1990/1991. Es zeigt einen Kämpfer namens Abu Maaz al-Hausta an der Seite des jungen Abu Musab al-Zarqawi – dem späteren ‚Gründervater‘ des Islamischen Staates –, dessen Prägung durch eine bestimmte Gruppe „afghanischer Araber“ unter dem Anführer Abu al-Harith (möglicherweise zugleich auch der Chauffeur Abdullah Azzams) dadurch teilweise belegt wird und von der die Forschung bislang keine Kenntnis besaß.33
Ein starkes Argument stellt zudem der Fund von Büchern Hamids bei Aktionen des US-Militärs in Afghanistan und im Irak dar, über die das Combating Terrorism Center mit einigem Erstaunen berichtet hat;34 hinzu kommt der öffentlich ausgetragene Streit zwischen Mustafa Hamid, Saif al-Adel und Aiman al-Zawahiri um die Richtung al-Qaidas im Jahr 2011.35 Zu beachten ist die verwandtschaftliche Beziehung Hamids zu Saif al-Adel, einem Top-al-Qaida-Kommandeur und möglicherweise die neue Nummer eins der Organisation. Dieser dürfte wohl der Schwager Hamids sein.36 Auch hier hat das US-Militär Briefe zwischen Hamid und Saif al-Adel in Afghanistan gefunden und auch hier hat man mit Erstaunen über diese Briefe berichtet.37 Zuletzt spricht für Hamid seine Reputation als Journalist und Kontaktmann von „Al Jazeera“ zu den Taliban sowie seine Zusammenarbeit mit der australischen Forscherin Leah Farrall.38
Forschungsstand
Die Forschung zu Mustafa Hamid und/oder die Forschung, die sich mit seinen Texten befasst oder sich auf sie stützt, ist relativ überschaubar. Über die in Afghanistan eingesammelten und ausgewerteten Dokumente ist zunächst das US-Militär auf Hamids Texte gestoßen. Es folgten zwei größere Analysen von Forschern, die mit dem Combating Terrorism Center in West Point zusammenarbeiteten.39 Beide Analysen erkennen den Wert von Hamids Texten für ein tieferes Verständnis der „afghanischen Araber“, der ‚Evolution‘ al-Qaidas oder der Entstehung der Taliban an. Jedoch fehlt es an einer kohärenten Auseinandersetzung mit allen Texten Hamids, beschränkte man sich in West Point doch vor allem auf einzelne Bände. Unabhängig davon betrachtete man die Briefe an Saif al-Adel (auch weil man nicht wusste, dass es sich beim Absender der Briefe um Hamid handelte). Bislang existiert nur eine Monografie, die sich mit dem zweiten Band Hamids in Bezug auf die Bedeutung der Schlacht von Dschawar 1986 beschäftigt und darauf basierend die Ursachen für die Gründung al-Qaidas in ein anderes Licht zu rücken bemüht ist.40 Eine zusammenhängende Auswertung aller Bände Hamids in Abgleich mit möglichen anderen Quellen, wie sie der Autor dieses Aufsatzes vorgenommen hat, ergibt dabei einen tiefen Einblick in Bereiche, die der Forschung bislang unbekannt sind.
Beispielsweise weiß die Forschung kaum etwas zu al-Quaida in den Jahren zwischen 1990 und 1992 zu berichten. Von Mustafa Hamid erfahren wir über den Machtkampf zwischen verschiedenen Lagern innerhalb al-Qaidas, über das Beinahe-Ende der Organisation sowie über Osama bin Ladens Ferne und mangelnden Zugriff in dieser Zeit41, was bislang ein kaum beleuchtetes Kapitel in der ‚Evolution‘ al-Qaidas war. Ein großer Nachteil der Darstellung bei Hamid ist die Alternativlosigkeit: Bisher ist keine weitere Quelle bekannt, die so ausführlich und kenntnisreich über diese Phase der Organisation al-Qaidas berichten könnte, wodurch die Vergleichshorizonte fehlen. Ähnlich ergeht es mit weiteren Darlegungen Hamids zu Prozessen, Akteuren und Ereignissen, für welche die Forschung bislang kaum die Möglichkeit einer näheren Überprüfung besitzt.
Ein zusätzliches Beispiel in dieser Richtung ist Hamids Darstellung der Anfänge der Taliban-Bewegung. Hamid besaß als Berater Mullah Umars Ende der 1990er Jahre eine direkte Nähe zu den Taliban. Doch nicht nur das: Laut eigener Auskunft war er auch selbst bei diesen Anfängen dabei. Diese können wir bis zu Beginn der 1980er Jahre zurückverfolgen und – gemäß Hamid – auf eine Verbindung mit dem Iran zurückführen.42 Nach einigen interessanten Spaltungen im Lager des afghanischen Anführers Mohammad Nabi Mohammadi (zentral war dessen Kommandeur Maulawi Mansur) Anfang der 1980er Jahre habe sich die Taliban-Bewegung dann gerade in der Phase zwischen 1990 und 1992 im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet entwickelt. Ein Grund für die fehlenden alternativen Darstellungen zu den Anfängen der Taliban besteht darin, dass sich nach dem Rückzug der Sowjetunion Ende der 1980er Jahre das internationale Interesse von Afghanistan abgewandt hatte. Spätestens nach der Schlacht vor Dschalalabad zogen sich auch die Saudis und die Pakistanis zurück. Die Araber-Gemeinde schmolz ebenfalls zusammen. Bin Laden verließ ‚den Hof‘ in Richtung Saudi-Arabien, zunächst um den Dschihad im Jemen fortzusetzen, nach dem Angriff Saddam Husseins auf Kuwait dann, um sein Heimatland zu beschützen. Mit im Gepäck habe er alle Waffen und Männer gehabt, die er mitnehmen konnte. Nur wenige seien in Afghanistan zurückgeblieben: neben Hamid selbst die späteren Größen al-Qaidas Abu Hafs al-Masri und Abu Ubaida sowie zwölf weitere Männer.43 Gerade diese Phase an der Seite der Taliban sei demgemäß konstitutiv für die anti-amerikanische Ausrichtung al-Qaidas gewesen, die vor allem auf die Person Abu Hafs al-Masri (gegen Abu Ubaida) zurückzuführen sei. Mit einiger Skepsis muss der Historiker auf diese Texte Hamids zu den Ursprüngen der Taliban-Bewegung schauen, da sie nicht die bekannten Erzählungen und Berichte (die hauptsächlich auf die Kabel der US-amerikanischen Botschaft in Pakistan zurückgehen) aufgreifen, diesen sogar zum Teil widersprechen: Gemäß den geläufigen Narrativen soll die Taliban-Bewegung 1994 als theologisch-religiöse Reaktion auf die unislamisch agierenden Warlords entstanden sein, um Recht und Ordnung im Sinne des pakistanischen Geheimdienstes und des pakistanischen Militärs („strategische Tiefe“) herzustellen. Die hier angenommene fundamentalistisch-sunnitische Verbindung der Taliban zum theologischen Milieu Pakistans sowie zu Teilen der pakistanischen Regierung widerspricht den Behauptungen Hamids zu den schiitisch-iranischen Ursprüngen der Taliban-Bewegung.44
Positionierung und Kontextualisierung
Die Schlussfolgerung aus dem Nachteil der fehlenden anderen Quellen zum Abgleich für viele Passagen aus Hamids Texten lautet nicht, dass man diese gänzlich verwerfen sollte. Damit würde sich die Forschung bei all dem Reichtum an Details, der sachlichen Tiefenanalyse und dem möglichen Erkenntnisgewinn keinen Gefallen tun. In einer gleichartigen Situation befindet sich die Forschung gegenüber ähnlich gelagerten, detailreichen Texten mit einem hohen narrativen beziehungsweise sinnstiftenden Wert, einem großen möglichen Erkenntnisgewinn in Bezug auf das Verständnis von Akteuren, Prozessen und Zeiträumen, deren Wahrheitsgehalt jedoch über keine weiteren oder nur über sehr wenige und eher eingeschränktere Quellen überprüft werden können. Beispiele hierzu wären die Passagen aus Titus Livius’ „Ab Urbe Condita“ zur Frühzeit Roms oder aus Gregor von Tours „Zehn Bücher Geschichte“ zum Übergang zwischen der Antike und dem Mittelalter im Frankenreich. Die Arbeit des Autors des vorliegenden Aufsatzes verfolgt eine ähnliche Strategie wie die Arbeiten derjenigen Historiker, die sich mit diesen Quellen auseinandergesetzt haben: ein close reading, Widersprüche aufzudecken, Wahrscheinlichkeiten zu bewerten, Übertreibungen herauszudestillieren und zuletzt die Position der Quelle herauszuarbeiten und diese bei der Einordnung jeweils zu berücksichtigen.45 Interessant sind dabei vor allem diejenigen Positionen und Sympathien, die die Autoren der Quellen zu verbergen versuchen. Um seine Sympathie mit dem Feldkommandeur Dschalaluddin Haqqani macht Hamid keinen großen Hehl.46 Seit 1979 ist er immer wieder Gast in Haqqanis Lager gewesen. Bei dem Status als ‚Gast‘ blieb es nicht. Die Übernahme von Fundraising-Touren, Beratung sowie das Schreiben von Zeitungsartikeln und Artikeln direkt für ein Magazin Haqqanis waren unter Hamids Tätigkeiten. Haqqani war ein Feldkommandeur in Paktia, der zwar zur Fraktion von Yunus Khalis (einer der ‚fundamentalistischen‘ Anführer der sogenannten „Peschawar-Sieben“) gehörte, jedoch relativ unabhängig agierte. In den 1980er Jahren versuchte Hamid zunächst, den afghanischen Anführer Abdul Rasul Sayyaf (ein weiterer ‚fundamentalistischer‘ Anführer unter den „Peschawar-Sieben“) für Haqqani zu gewinnen, doch wurde er schnell von jenem enttäuscht, da dieser das Geld aus Saudi-Arabien annahm und korrumpiert wurde. Sayyaf entwickelte sich dabei immer mehr zum erklärten Feind Hamids. Die Akteure bewertete er nun danach, ob sie sich aufseiten Sayyafs oder gegen ihn positionierten. Ein auf Harmonie und Ausgleich bedachter Abdullah Azzam fiel deshalb bei Hamid durch, war diesem doch trotz besseren Wissens um die Korruption in Sayyafs Lager die Loyalität gegenüber der jordanischen Muslimbruderschaft wichtiger, die sich auf die Seite Sayyafs stellte.47
Von besonderem Interesse ist die ambivalente Haltung Hamids zur Organisation al-Qaida. In der Darstellung Hamids scheinen viele Ideen und auch Akteure aus seinem Umfeld von al-Qaida aufgenommen oder übernommen worden zu sein. Ein arabisches Verbindungsbüro könnte demgemäß seine Idee gewesen sein. Aus einem solchen entwickelte sich später die Organisation al-Qaida.48 Oder die beiden zentralen Akteure Abu Hafs und Abu Ubaida, die beide zunächst an Hamids Seite auftauchten. Nach der Schlacht von Dschawar 1986 wechselten sie zu bin Laden in die „Löwenhöhle“ und nahmen die Ideen Hamids und einen gewissen „Raschid“ zu einem Guerillakrieg in den Bergen Paktias mit. Dort waren sie zentral am Aufbau der Organisation al-Qāʿida al-ʿAskarīya („Die militärische Basis“ im Gegensatz zu Azzams Idee der „Soliden Basis“) beteiligt.49 Auch zu Aiman al-Zawahiri pflegte Hamid Kontakte. Über Hamid erfahren wir einiges zur schwierigen und nicht immer ganz klaren Verbindung des Ägypters und späteren Nachfolgers bin Ladens zur Organisation al-Qaida.50 In den 1980er Jahren behielt Hamid seinen Einfluss auf al-Qaida vor allem über Abu Hafs bei. Als dessen Macht zugunsten Abu Ubaidas Anfang der 1990er Jahre immer weiter zu schwinden begann, besaß Hamid mit seinem Schwager Saif al-Adel ein weiteres Pferd im Rennen. Auch wenn al-Adel beispielsweise die Afrika-Zelle al-Qaidas im Sinne Abu Hafs und Mustafa Hamids Anfang der 1990er Jahre in Somalia zu lenken imstande war, so eröffnete doch erst der Tod der „größten Säule der Gemeinde“, Abu Ubaida, 1996 für Abu Hafs und Saif al-Adel einen größeren Handlungsspielraum innerhalb al-Qaidas.51
Während die Position Hamids gegenüber Haqqani eindeutig ist, erscheint sein Urteil in Bezug auf al-Qaida situationsabhängig von den Machtverhältnissen zu sein. Eine weitere Gruppe, für die Hamid viel Sympathie aufbringt, sind die Taliban. Mitte der 1990er Jahre vermittelte er deshalb einen Ausgleich zwischen Haqqani und der Taliban-Bewegung.52 Haqqani besaß danach ein offizielles Amt im Taliban-Staat, durfte jedoch wie gehabt relativ unabhängig in Paktia agieren. Ende der 1990er Jahre beriet Hamid Mullah Umar. Das führte auch zu seiner dramatischen Darstellung der Ereignisse rund um die Anschläge vom 11. September 2001. Aus seiner Sicht gefährdeten bin Laden und al-Zawahiri mit diesen Anschlägen den Aufbau eines islamischen Staates in Afghanistan, die Existenzgrundlage der „afghanischen Araber“, und diskreditierten vor aller Welt den muslimischen Glauben, weshalb er die Anschläge bereits im Vorfeld strikt ablehnte.53 Im Anschluss an die Anschläge schildert Hamid die Folgen in Form der amerikanischen Vergeltungsschläge in den düstersten Farben. Dabei gibt er weniger den Amerikanern die Schuld an der Zerstörung von all dem, was sich er und die „afghanischen Araber“ in zwei Jahrzehnten erarbeitet hatten, als vielmehr bin Ladens und al-Zawahiris Fehleinschätzung der Machtverhältnisse.54 Allerdings kritisiert er nicht nur bin Laden und al-Zawahiri, sondern eine weitere Organisation oder ein Netzwerk, das er für die Gewalteskalation bis hin zu den Anschlägen verantwortlich macht: das sogenannte „Khaldan-Netzwerk“. Dieses Netzwerk nennt er jedoch nicht direkt, sondern erst in Verbindung mit der sogenannten „Dschalalabad-Schule“ als den Schuldigen für die Anschläge (siehe dazu mehr in Kapitel 6). Interessant ist an dieser Stelle ein weiterer Akteur, den Hamid fast mit keinem Wort erwähnt, der aber indirekt immer wieder auftaucht und dem wohl auch Hamids Sympathien gelten: der Iran.
Hamid gehörte zur pro-iranischen Fraktion unter den „afghanischen Arabern“. Das war gleichbedeutend mit einer Unterstützung Haqqanis und der Taliban, denn beide unterhielten Beziehungen in den Iran. Zu dieser Haltung gehörte ein situationsbedingter, mehr oder weniger offen formulierter Anti-Amerikanismus und Antisemitismus.55 Am deutlichsten wurde die Spaltung der Araber-Gemeinde in Afghanistan (und auch al-Qaidas) in eine pro-pakistanische beziehungsweise pro-amerikanische und eine pro-iranische Fraktion bei der Flucht aus Afghanistan während der Vergeltungsschläge der USA nach dem 11. September 2001. Ein Teil floh nach Pakistan, ein anderer in den Iran. Hamid gehörte zu denjenigen, die in den Iran flohen. 2003 erreichte er jedoch über die Staatsbürgerschaft seiner Frau eine Ausreise nach Australien. Was genau diese Ausreise veranlasst haben könnte, ist nicht ganz klar. Möglicherweise war der Anstoß dazu ein weiterer Streit gewesen, die zunehmenden Repressionen des Iran gegenüber al-Qaida, Zugeständnisse des Iran aufgrund von Hamids Zusammenarbeit als der ‚zentrale Mittelsmann‘ zu al-Qaida, vielleicht sogar seine Tätigkeit als ‚Agent‘ des Iran, oder einfach nur die Aussicht auf ein besseres Leben in Australien.56 Warum er nicht deutlicher über diese Sympathien und die Zusammenarbeit mit dem Iran in seinen Büchern schrieb, wo er doch meist immer ganz direkt und sehr deutlich seine Freunde und Feinde benannte, muss derzeit offenbleiben.
Die zentrale These zur sogenannten „Dschalalabad-Schule“
Im Rahmen dieser pro-iranischen Haltung dürfte möglicherweise auch Hamids zentrale These stehen, die alle seine Bücher wie ein roter Faden durchzieht. Es geht um die sogenannte „Dschalalabad-Schule“. Eine Begrifflichkeit, die wohl von Hamid selbst stammt. Die „Dschalalabad-Schule“ führt er zurück auf die Niederlage der „afghanischen Araber“ 1989 vor Dschalalabad, aus der die Frustration, der Hass, die Gewalt und die Spaltung der Araber-Gemeinde entstanden seien, die in den 1990er Jahren in den Terrorismus gegen Amerika gemündet und letztendlich das entscheidende Milieu für die Entstehung des Islamischen Staates gebildet hätten.57 Dabei handelt es sich allerdings wohl mehr um eine Verschwörungstheorie Hamids, um die eigenen Anteile an der Niederlage vor Dschalalabad, an der Spaltung der Araber-Gemeinde in Afghanistan und später der anti-amerikanischen Ausrichtung al-Qaidas – die in den von Hamid heftig kritisierten Anschlägen vom 11. September 2001 endeten – zu verdecken.
Die Darlegung dieser Verschwörungstheorie beginnt am Ende von Band 2 mit dem Sieg oder der Beinahe-Niederlage von Dschadschi. Sayyaf habe vor Dschadschi nicht verhindern können, was ihm zuvor und später immer wieder geglückt sei: die „afghanischen Araber“ bewiesen 1987 in Dschadschi, dass sie kämpfen und gegen die Rote Armee auch gewinnen konnten. Laut Hamid bestand Sayyafs Ziel seit 1980 darin, die Araber in Afghanistan ständig zu kontrollieren, ihnen nicht genügend Freiraum zu gewähren und höchstens Potemkinsche Dörfer für einen ‚Schein-Krieg‘ zu errichten. Hintergrund stellte demgemäß die Sicherung der Gelder aus Saudi-Arabien in Sayyafs Taschen dar, die dieser durch ein zu eigenständiges Agieren der „afghanischen Araber“ gefährdet sah. Folglich habe Sayyaf eine ‚Fake-Front‘ in Dschadschi errichtet. Als diese Strategie jedoch durch eine neue internationale politische Lage ganz im Sinne der Konfrontation nicht mehr aufging und die Interessen im Westen und in Saudi-Arabien zu einem ernsthaften Gegenschlag gegen die Rote Armee im Grenzgebiet tendierten, errichtete der Tunnelbauexperte Osama bin Laden eine echte militärische und durch Tunnel vor den berüchtigten sowjetischen „Hind“-Hubschraubern (Mi-24) geschützte Basis.58 Sayyaf habe seinen Bestrebungen nach, nun diese Front zu sabotieren, im entscheidenden Moment Rückzugsbefehle ausgegeben. Nur durch das beherzte Eingreifen Abu Ubaidas und vor allem Abu Hafs – deren Erfolg gemäß Subtext natürlich auf die Ausbildung unter Hamid zurückgegangen sei – gegen die Befehle Sayyafs sei die Situation gerettet worden. Aus der Niederlage habe sich deshalb noch ein Sieg entwickelt. Es herrschte „Aufruhr und Streit in der Mitte der Führung des hinteren Lagers von Sayyaf. Sie waren noch mit der Erörterung des Widerspruchsrechts beschäftigt […] [als Abu Hafs] den erfolgreichsten und populärsten Hinterhalt der Araber in Afghanistan“ durchgeführt habe.59 Dieser Sieg von Dschadschi war jedoch kein „Gründungsmythos“60 al-Qaidas, CIA-Berichte bestätigten denn auch die Bedeutung der Schlacht.61 Sayyaf musste laut Hamid zunächst zurückstecken, denn „Abu Hafs wurde nach den großen Erfolgen schnell eine harte Nummer, die schwer zu überwinden war“.62 1988 sei Sayyaf dann doch noch dazu in der Lage gewesen, den zunehmenden Einfluss von Abu Ubaida, Abu Hafs und weiteren Arabern in Afghanistan mit einem ausgeklügelten Kompromiss im sogenannten „Peschawar Beratungskonzil“ einigermaßen unter Kontrolle zu halten. Einige schriftlich dokumentierte Beschwerden der Abu-Ubaida-Fraktion über Azzams (und indirekt: über Sayyafs) Stellung in diesem Beratungskonzil hielt man in den USA nach 9/11 – laut Hamid fälschlicherweise – für die Gründungsdokumente al-Qaidas.63
Die nächste Chance sei Ende 1988 gekommen, als sich der internationale Wind wieder in Richtung Détente zwischen der Sowjetunion und den USA drehte. Hamid analysiert nicht ohne eine gewisse intellektuelle Brillanz und detailreiche Tiefe eine „Verschwörung der Supermächte in Genf“.64 Laut der Darstellung Hamids habe man auf allen Seiten die zunehmende Macht der Araber nach der Schlacht von Dschadschi gefürchtet und deshalb eine Falle vor Dschalalabad entwickelt, um die Araber zu ‚verheizen‘ und zu ‚opfern‘. Seine damaligen verzweifelten Bemühungen, die vorhersagbare Niederlage vor Dschalalabad abzuwenden, malt Hamid in den dunkelsten Farben aus. Hamid erweist in diesen Passagen seine Meisterschaft in der erzählenden und journalistischen Schreibweise: Anschaulich beschreibt er die Brutalität, mit denen die Araber vonseiten der Großmächte mit Genuss in die Falle getrieben und niedergemäht worden seien, die kalte Planung dieser Verschwörung bis hin zum Tod von Abdullah Azzam und zur Zerstörung al-Qaidas durch eine hinterhältige Aktion des saudischen Innenministers Naif ibn Abd al-Azizs gegen den saudischen Geheimdienst unter Turki al-Faisal (dem nur noch übrig blieb, seinen Mann Osama bin Laden in Sicherheit zu bringen) in Peschawar sowie die Aufwiegelung der Araber-Gemeinde ‚am Hof‘ durch die Verbreitung von Fake News. All das schildert Hamid bis ins Detail in Verbindung mit der stillen Frustration und Opferbereitschaft seiner Helden für den höheren Zweck: Dschalaluddin Haqqani und Abu Hafs.65
Die Folgen dieser Verschwörung seien weitreichend gewesen: eine Spaltung der Araber-Gemeinde in Peschawar, die sogenannten „Religionskriege“ dieser Gruppen, die sich gegenseitig als „Wahhabiten“, „Salafisten“, „CIA-“ oder „KGB-Agenten“ oder einfach als „Ungläubige“ beschuldigten und umbrachten. Viele verließen deshalb das afghanisch-pakistanische Grenzgebiet und suchten einen neuen Dschihad, meist in den jeweiligen Heimatländern.66 Der Frustration in Zusammenhang mit der Dschalalabad-Niederlage seien Radikalismen gefolgt, die den Dschihad in den jeweiligen Heimatländern von einem ‚gerechten Widerstand‘ in eine Gewaltorgie verwandelten. Ein besonderes Augenmerk richtet Hamid dabei auf den algerischen Zweig der „afghanischen Araber“. Zwar geht er nicht näher auf die Situation in Algerien ein, vielmehr schildert er die Reaktionen in Afghanistan und vonseiten des saudischen Königshauses. Dieses suchte demnach, die „algerische Welle“ oder die Rückwirkung der „Dschalalabad-Schule“ auf Saudi-Arabien durch eine Integration von deren Ausbildungslagern in Afghanistan in die Organisation al-Qaida abzuwenden. Das sei der Grund gewesen, warum bin Laden 1996 zurück nach Afghanistan kam. Hamid vermittelte daraufhin den Kontakt bin Ladens zu den Taliban.67 Die Strategie bin Ladens habe darin bestanden, die in den Ausbildungslagern der „Dschalalabad-Schule“ (das sogenannte Khaldan-Netzwerk) gepflegte anti-französische Ausrichtung zu übertreffen, um die Wellen der Freiwilligen in die Lager al-Qaidas zu lenken und sie auf diese Weise zu kontrollieren. Doch der Anti-Amerikanismus erwies sich als zugkräftiger. Abu Hafs sorgte entsprechend dafür, dass aus der – möglicherweise zu Beginn nicht ganz so ernst gemeinten – anti-amerikanischen Kriegserklärung von 1996 auch ernsthafte Taten folgten. Die anti-amerikanische Wendung des Khaldan-Netzwerkes und al-Qaidas habe dann spätestens nach der militärischen Reaktion der Clinton-Regierung in Afghanistan auf die Anschläge al-Qaidas in Daressalam und Nairobi 1998 stattgefunden.68 Die anti-amerikanische Agitation der Araber-Lager in Afghanistan sei jedoch auf Kosten der Taliban gegangen, die sich in der Folge dem internationalen Druck für etwas ausgesetzt sahen, das sie selbst nicht direkt zu verantworten hatten. Denn die pro-amerikanische Fraktion der Taliban und ihre Kontakte nach Saudi-Arabien seien für die Zügelung bin Ladens zuständig gewesen, was auch mit der militärischen Unterstützung al-Qaidas für die Taliban-Front im Norden in Verbindung stand. Als die Taliban die al-Qaida-Kämpfer an der Nordfront jedoch im Stich ließen, seien auch bei bin Laden und vor allem beim anti-amerikanischen Abu Hafs die letzten Skrupel gefallen. In Konkurrenz zum Khaldan-Netzwerk habe man mit Überläufern aus Khaldan die Anschläge vom 11. September 2001 geplant. Die Strategie bestand demnach in einem medialen Terrorereignis, das eine Überreaktion der USA hervorrufen sollte. Ziel sei es gewesen, den Afghanistankrieg der 1980er Jahre gegen die Sowjetunion zu kopieren, um über die Integration Khaldans die „algerische Welle“ in den jeweiligen arabisch-muslimischen Heimatländern abzuwenden und auf die USA umzulenken.69
Diese Darstellungen Mustafa Hamids zur sogenannten „Dschalalabad-Schule“, die letztendlich in einem Zusammenspiel mit und gegen al-Qaida ein Eskalationspotenzial entfaltete, das in den Anschlägen vom 11. September 2001 mündete, ist mit Vorsicht zu genießen. Denn die These enthält viele Elemente einer Verschwörungstheorie. Nicht die Supermächte waren es, die sich Ende der 1980er/Anfang der 1990er Jahre gegen die Araber-Gemeinde in Afghanistan verschworen hatten, um sie nach ihrem Erfolg gegen die Sowjetunion der globalen Détente zu opfern. Vielmehr wird ein vielschichtiges, komplexes Gegeneinander und Miteinander verschiedener Akteure und Interessen deutlich. Diese Überkomplexität, die den Beobachter leider nicht vor der Auseinandersetzung mit einigen Widersprüchen verschont, reduziert Hamid auf eine einfache Erzählung von der „Verschwörung der Supermächte“. Die Anschläge vom 11. September 2001 waren demnach – so letztendlich die Botschaft von Hamid – die notwendige Folge dieser Verschwörung vom Ende der 1980er Jahre, denn diese hatte doch die islamistische Radikalisierung der „afghanischen Araber“ zustande gebracht, die zunächst in den jeweiligen Heimatländern oft in einer Gewaltorgie endete, um dann nach Afghanistan abgelenkt und schlussendlich am 11. September 2001 auf die USA zurückgelenkt zu werden. Die These ist beachtenswert und die Forschung sollte sich um eine genauere Auseinandersetzung mit ihr bemühen. Doch die vermeintliche Ursache, das Komplott der Supermächte, bleibt eine vereinfachende Verschwörungserzählung. Diese wird nicht nur durch einen Abgleich mit externen Dokumenten und anderen, internen Quellen aus der Gemeinde der „afghanischen Araber“, sondern auch durch ein close reading von Hamids Büchern deutlich.70
Hamid klammert seine eigene Rolle in der Ursachenbeschreibung der Niederlage 1989 vor Dschalalabad aus. Im weiteren Verlauf verfährt er ebenso mit seinem eigenen Beitrag zur anti-amerikanischen Wendung der Organisation al-Qaida. 1989 sorgte Hamid zusammen mit Abu Hafs und Dschalaluddin Haqqani dafür, dass man der Dschalalabad-Front in der Araber-Gemeinde skeptisch gegenüberstand. Die Motive Abu Hafs’ dürften Neid gegenüber dem erfolgreichen Abu Ubaida gewesen sein und die Motive Dschalaluddin Haqqanis, dass man die Ressourcen der „afghanischen Araber“ von seiner Front in Khost weglenkte.71 In den 1990er Jahren war Hamid ein zentraler anti-amerikanischer Player, was über seine Briefe an Saif al-Adel deutlich wird. War es doch Hamid, der wieder im Zusammenspiel mit Abu Hafs die anti-amerikanische Wendung al-Qaidas am Horn von Afrika zu erreichen suchte.72 Als Abu Ubaida 1996 im Viktoriasee ertrank und al-Qaida vom Sudan nach Afghanistan übersiedelte, stieg der Einfluss von Abu Hafs und Mustafa Hamid auf die Organisation. Wahrscheinlich war es vor allem Abu Hafs’ Agieren, das das ursprüngliche anti-französische Ziel der Anschläge von 1998 auf US-amerikanische Ziele umlenkte.73 Auch wenn Hamid Ende der 1990er Jahre die anti-amerikanische Eskalation al-Qaidas über die Rivalität mit Khaldan ablehnte, das Khaldan-Netzwerk kritisierte und auch die Anschläge vom 11. September verurteilte, kann er über seine Verantwortung für die Entwicklung al-Qaidas zu einer anti-amerikanischen Terrororganisation bis hin zu 9/11 nicht hinwegtäuschen – nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund der Anwerbung und Unterstützung des späteren ‚Gründervaters‘ des Islamischen Staates, Abu Musab al-Zarqawi, durch Saif al-Adel Ende der 1990er Jahre.74 Zwar ist Hamids Kritik an der anti-amerikanischen Gewalteskalation glaubwürdig und teilweise auch wahrscheinlich, befürchtete er doch negative Auswirkungen für die Taliban, Dschalaluddin Haqqani, die Araber-Gemeinde in Afghanistan und für die Muslime weltweit, die laut seiner (nicht ganz falschen) Prognose alle für die Anschläge in Haftung genommen werden würden. Doch seinen eigenen Beitrag zu dieser Entwicklung reflektiert Hamid nicht. War es nicht ‚sein Mann‘ innerhalb al-Qaidas Abu Hafs gewesen, der die Förderung der Khaldan-Zelle um „KSM“ (Khalid Scheich Mohammed) und damit das 9/11-Projekt betrieb?75 Ein Schuldbewusstsein ist über die vielen Rechtfertigungen sichtbar (an einer Stelle bezeichnet sich Hamid als „Brutus“76), doch geht dieses nicht so weit, dass Hamid eine transparente und ehrliche Darstellung der Prozesse, Ereignisse und Akteure vorlegt. Vielmehr entwarf er eine Verschwörungstheorie zur „Dschalalabad-Schule“, in der sicherlich einige wahre Elemente und viele interessante Details stecken, die jedoch letztendlich Hamids eigenen Beitrag überdecken soll.
Fazit
Sind die Texte Mustafa Hamids eine verlässliche Quelle für die Darstellung der Geschichte der „afghanischen Araber“ von 1979 bis zu den Anschlägen vom 11. September 2001? Die Antwort ist ambivalent. Wichtig ist zunächst die These: Als Historiker kann man Hamids Texte nicht verwerfen. Über die vielen Details, die über weite Strecken kritische sowie sachliche Darstellung und Analyse, den langen Zeitraum der Betrachtung, die Nähe Hamids zu den zentralen Akteuren, kann man nicht umhin, Hamid zur Kenntnis zu nehmen und zu seinen Thesen Stellung zu beziehen. Er ist wahrscheinlich tatsächlich al-Qaidas „wichtigster Historiker“.77 Hamid ist zudem kein ideologisch verbohrter Islamist. Das ist ein großer Vorteil seiner Texte im Vergleich zu vielen anderen Büchern der „afghanischen Araber“. Der Leser muss sich nicht erst durch ein Multiversum von islamistischen Rechtfertigungen aus der islamischen Tradition durcharbeiten, um eine kleine brauchbare Information zu erhalten. Demgegenüber bleibt Hamid bei der Sache und stellt insofern eine zentrale Quelle dar.
Doch der Historiker ist angehalten, über einen ständigen Abgleich mit anderen Dokumenten und Quellen sowie ein close reading, das die Motive und Interessen Hamids in Bezug auf seine zentrale Verschwörungstheorie um die sogenannte „Dschalalabad-Schule“ sowie seine politischen Sympathien (aufseiten Haqqanis, Abu Hafs, pro-iranisch, anti-amerikanisch und so weiter) berücksichtigt, die Thesen Hamids kritisch zu sichten. Von einer historisch-kritischen Analyse aller Texte Hamids vonseiten der Forschung ist folglich ein Erkenntnisgewinn zur Geschichte der „afghanischen Araber“, zu den Hintergründen der Anschläge vom 11. September 2001 und zur Genese der sogenannten „9/11-Wars“ zu erwarten.
Besprochene Literatur
Hamid, Mustafa: 1992–1979,من حواديت المجاهدين العرب في أفغانستان [Über die Geschichten der arabischen Mudschahedin in Afghanistan, 1979–1992], Bd. 1: خمسة عشر طلقات على طريق الله [Fünfzehn Schüsse auf Allahs Weg], Khost [Faruq-Lager] 1994.
Ders.: 1992–1979,من حواديت المجاهدين العرب في أفغانستان [Über die Geschichten der arabischen Mudschahedin in Afghanistan, 1979–1992], Bd. 2: معركة بوابة الصخرية [Schlacht am Felsentor], Khost [Faruq-Lager] 1995.
Ders.: 1992–1979,من حواديت المجاهدين العرب في أفغانستان [Über die Geschichten der arabischen Mudschahedin in Afghanistan, 1979–1992], Bd. 3: خيانة على الطريق [Verrat auf dem Weg], Khost [Khost-Lager] 1995.
Ders.: 1992–1979,من حواديت المجاهدين العرب في أفغانستان [Über die Geschichten der arabischen Mudschahedin in Afghanistan, 1979–1992], Bd. 4: حماقة كبيرة أو حرب الماعز [Die große Torheit oder der Krieg der Ziegen], Kandahar 1997.
Ders.: 1992–1979,من حواديت المجاهدين العرب في أفغانستان [Über die Geschichten der arabischen Mudschahedin in Afghanistan, 1979–1992], Bd. 5: المطار تسعين [Der Flughafen 90], Khost 1998.
Ders.: 2001–1979,من حواديت المجاهدين العرب في أفغانستان [Über die Geschichten der arabischen Mudschahedin in Afghanistan, 1979–2001], Bd. 6: الصليب في سماء قندهار [Kreuz im Himmel über Kandahar], o. O. [wahrscheinlich Teheran] 2002.
Ders.: Bd. 7: حرب المطاريد غير التقليدية [Krieg der Vertreibung ohne Regeln], o. O. o. J.
Ders.: Bd. 8: فتح خوست [Die Eroberung Khosts], Miranschah 1991.
Ders.: Bd. 9: جرديز. تساقط المدن و سقوط النظام [Befreiung der Städte und Sturz des Regimes], o. O. o. J.
Ders.: Bd. 10: الجهاد بين نهري. مشروع طاجيكستان [Dschihad zwischen den Flüssen. Das Tadschikistan-Projekt], o. O. o. J.
Ders.: Bd. 11: حرب الأفيون الثالثة [Der dritte Opiumkrieg], o. O. o. J.
Ders.: Bd. 12: السائرون نياما [Die Schlafwandler], o. O. [wahrscheinlich Sydney] o. J. [wahrscheinlich 2009].
Funding
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Glossar
Abdullah Azzam (DMG ʿAbdallāh ʿAzzām)Palästinensischer Fundraiser des afghanischen Dschihad. Mitglied der jordanischen Muslimbruderschaft. Gilt als ‚Gründervater‘ al-Qaidas und als Mentor Osama bin Ladens. Wahrscheinlicher Verfasser der Gründungscharta der Hamas.
Abdul Rasul Sayyaf (DMG ʿAbd al-Rasūl Sayyāf)Einer der Anführer des afghanischen Widerstandes („Peschawar Sieben“), der in den 1980er Jahren im Kampf gegen die Sowjetunion von Pakistan und Saudi-Arabien unterstützt wurde. Zudem Mitglied der Internationalen Muslimbruderschaft. Zentraler interner Antagonist Mustafa Hamids in den 1980er Jahren.
Abu al-Harit (DMG Abū al-Ḥariṯ)Möglicherweise der Chauffeur Abdullah Azzams. Anführer einer Gruppe, in der auch Abu Musab al-Zarqawi Anfang der 1990er Jahre in Afghanistan kämpfte und die möglicherweise die Keimzelle des Islamischen Staates bildete.
Abu Hafs al-Masri (DMG Abū Ḥafṣ al-Maṣrī)Chef der Militärkommission al-Qaidas bis 1996. Nach dem Tod von Abu Ubaida Stellvertreter Osama bin Ladens. Mitte der 1980er Jahre einer der ersten Kämpfer an der Seite bin Ladens in Dschadschi. Wechselte vom Büro Mustafa Hamids in bin Ladens „Löwenhöhle“.
Abu Maaz al-Hausta (DMG Abū Maʿāz̲ al-Ḫawsta)Teil einer Anfang der 1990er Jahre in Afghanistan agierenden Kampfgruppe, die möglicherweise die Keimzelle des Islamischen Staates bildete.
Abu Musab al-Suri (DMG Abū Muṣʿab al-Sūrī)Historiker und Dschihadist aus Syrien. Schrieb neben Mustafa Hamid die interessantesten Abhandlungen zu den „afghanischen Arabern“ seit den 1980er Jahren. Seine Bücher können aufgrund seiner Nähe zu den Geschehnissen als Quellen betrachtet werden.
Abu Musab al-Zarqawi (DMG Abū Muṣʿab al-Zarqāwī)Gilt als ‚Gründervater‘ des Islamischen Staates. Wurde Ende der 1990er Jahre von Saif al-Adel für al-Qaida angeworben. In einem Lager bei Herat ausgebildet.
Abu Ubaida al-Banschiri (DMG Abū ʿUbaida)Wechselte wie Abu Hafs Mitte der 1980er Jahre vom Büro Hamids zu bin Laden. Seit Ende der 1980er Jahre führendes Mitglied, Anfang der 1990er Jahre möglicherweise sogar der Chef al-Qaidas. Starb 1996 bei einem Bootsunglück in Afrika.
Aiman al-Zawahiri (DMG Aiman al-Ẓawāhirī)Stellvertreter von Osama bin Laden seit Ende der 1990er Jahre. Nach dem Tod bin Ladens 2011 Anführer al-Qaidas. Führendes Mitglied der ägyptischen Organisation Tanzim al-Jihad.
al-Qaida (DMG al-Qāʿida)Die für die Anschläge vom 11. September 2001 verantwortliche Terrororganisation. In den 1980er Jahren im Rahmen des Afghanistankrieges von Osama bin Laden finanziert und gegründet.
Dschadschi (DMG Ǧāǧǧī)Region an der afghanisch-pakistanischen Grenze, wo 1987 eine Schlacht der „afghanischen Araber“ mit der Roten Armee stattfand. Der Sieg gegen die Truppen der Roten Armee gilt als „Gründungsmythos“ für al-Qaida.
Dschalaluddin Haqqani (DMG Ǧalāl ud-Dīn Ḥaqqānī)Ein Feldkommandeur von Yunus Khalis, einer der sieben Anführer des afghanischen Widerstandes gegen die Sowjetunion („Peschawar Sieben“).
Dschamaat al-Tablighi (DMG Ǧamāʿa al-Tablīgh)Weltweit agierende, muslimische Missionsgruppe, die Mustafa Hamid in Abu Dhabi eine vergleichsweise tolerante Version des Islam näherbrachte und ihn mit dem afghanischen Dschihad bekannt machte.
Dschawar (DMG Ǧawar)Lager von Dschalaluddin Haqqani, das von Pakistan und den USA gefördert wurde. 1986 kämpften hier Mitglieder von al-Qaida wie Abu Hafs und Abu Ubaida.
Dschihad (DMG Ǧihād)Wird häufig mit der Wendung „Heiliger Krieg“ übersetzt. Dient Islamisten bis heute als koranische Legitimation für Gewalt gegen Andersgläubige.
Faruq-Lager (DMG Fārūq-Lager)Ausbildungslager für die „afghanischen Araber“ in der Nähe Kandahars, in dem Mustafa Hamid mindestens zwei seiner Bücher schrieb.
Khalid Scheich Muhammad (DGM Ḫālid Šaiḫ Muḥammad)Gilt als Kopf der Anschläge vom 11. September 2001. Hatte Verbindungen sowohl zu al-Qaida als auch zum sogenannten Khaldan-Netzwerk.
Maulawi Mansur (DMG Maulawi Manṣūr)Feldkommandeur von Mohammad Nabi Mohammadi (einer der „Peschawar Sieben“). Möglicherweise entstand durch Maulawis Agieren Anfang der 1980er Jahre die Taliban-Bewegung.
Miranschah (DMG Mîranšāh)Grenzstadt zwischen Pakistan und Afghanistan. Zentraler Rückzugsort der „Peschawar Sieben“ und der „afghanischen Araber“. Wichtiger Ort für Mustafa Hamid.
Mohammad Nabi Mohammadi (DMG Muḥammad Nabī Muḥammadi)Einer der Anführer des islamischen Widerstandes gegen die Sowjetunion in Afghanistan („Peschawar Sieben“). Anfang der 1990er Jahre Präsident Afghanistans. Aus seinem Lager ging nach einigen Spaltungen Anfang der 1980er Jahre möglicherweise die Taliban-Bewegung hervor.
Mullah Omar (DMG Mullā ʿUmar)Anführer der Taliban-Bewegung. Von 1996 bis 2001 Staatsoberhaupt von Afghanistan. Gewährte Osama bin Laden und al-Qaida Unterschlupf in Afghanistan.
Mustafa Hamid (DMG Muṣṭafā Ḥāmid alias Abū l‑Walīd al-Maṣrī)Autor mehrerer Bücher zum afghanischen Dschihad in den 1980er und 1990er Jahren. Seine Nähe zu den zentralen Akteuren machen seine Bücher zu einer wichtigen Primärquelle über die „afghanischen Araber“.
Nur Muhammad Taraki (DMG Nūr Muḥammad Tarakī)Beherrschte Afghanistan in den 1970er Jahren in enger Abstimmung mit der Sowjetunion als Präsident. Wurde 1978 durch den Putsch eines internen Rivalen getötet. Dieser Putsch löste eine Kette von Ereignissen in Afghanistan aus, die den Einmarsch der Sowjetunion Ende 1979 provozierte.
Osama bin Laden (DMG Usāma bin Lādin)Stammte aus einer reichen Unternehmerfamilie mit engen Kontakten zum saudischen Königshaus. Arbeitete laut Mustafa Hamid und Abu Musab al-Suri für den saudischen Geheimdienst. In den 1980er Jahren Finanzier der „afghanischen Araber“. Gründer al-Qaidas und zentral verantwortlich für die Terroranschläge vom 11. September 2001.
Raschid (DMG Rašīd)Pakistanischer Ausbilder in einem afghanischen Lager in den 1980er Jahren. Ideengeber für die Taktik des Guerillakrieges, den Abu Ubaida und Abu Hafs in Dschadschi umzusetzen gedachten.
Saddam Hussein (DMG Ṣaddām Ḥusain)Irakischer Diktator, dem Teile der Bush-Regierung eine Beteiligung an den Terroranschlägen vom 11. September 2001 unterstellten. Der Einmarsch des US-Militärs 2003 führte zum Sturz des Diktators und wird als Teil der sogenannten „9/11-Wars“ angesehen.
Saif al-Adel (DMG Saif al-ʿAdl)Schwager Mustafa Hamids und sein zentraler Kontaktmann zu al-Qaida. Teil der Militärkommission um Abu Hafs. Seit dem Tod Aiman al-Zawahiris möglicherweise die neue Nummer eins al-Qaidas.
Yunus Khalis (DMG Yūnus Khāliṣ)Einer der sogenannten „Peschawar Sieben“. Afghanischer Warlord, der in den 1980er Jahren im Kampf gegen die Sowjetunion von Pakistan unterstützt wurde. Einer seiner Feldkommandeure war Dschalaluddin Haqqani.
Notes
- Vgl. Burke, Jason: The 9/11 Wars, Penguin, New York 2011, S. 499. ⮭
- Sanger, David: The Killing of the Top Qaeda Leader Offers Lessons on 20 Years of U.S. Involvement in Afghanistan, in: The New York Times, 1. August 2022, URL: <https://www.nytimes.com/live/2022/08/01/us/al-qaeda-leader-killed#us-afghanistan-al-qaeda> [Zugriff: 19.12.2023]. ⮭
- Parker, Claire: The World 9/11 Created. A Weakend, yet Enduring, Al-Qaeda Menace, in: The Washington Post, 7. September 2021, URL: <https://www.washingtonpost.com/world/2021/09/07/alqaeda-evolution-911/> [Zugriff: 19.12.2023]. ⮭
- Al-Ubaydi, Muhammad/Russler, Don: The Death of Ayman al-Zawahiri. Succession Challenges, Tradeoffs and Other Implications, in: CTC Sentinel 15 (2022), H. 8, S. 29–36, hier S. 35, URL: <https://ctc.westpoint.edu/wp-content/uploads/2022/08/CTC-SENTINEL-082022.pdf> [Zugriff: 19.12.2023]. ⮭
- Vgl. Gadamer, Hans-Georg: Kleine Schriften, Bd. 1: Philosophie. Hermeneutik, Mohr Siebeck, Tübingen 1967, S. 160. ⮭
- Ḥāmid, Muṣṭafā: 2001–1979,من حواديت المجاهدين العرب في أفغانستان [Über die Geschichten der arabischen Mudschahedin in Afghanistan, 1979–2001], Bd. 6: الصليب في سماء قندهار [Kreuz im Himmel über Kandahar], o. O. [wahrscheinlich Teheran] 2002, S. 193–197. Aiman al-Ẓawāhirī verglich die Anschläge vom 11. September in der zweiten Auflage seines autobiografischen Buchs mit dem Angriff auf Pearl Harbor: al-Ẓawāhirī, Aiman: فرسان تحت راية النبي. الطبعة الثانية [Ritter unter dem Prophetenbanner], o. O. 22010, S. 215. ⮭
- Whitlock, Craig: Die Afghanistan Papers. Der Insider-Report über Geheimnisse, Lügen und 20 Jahre Krieg, Econ, Berlin 2021, S. 45f. ⮭
- Beispielsweise hat die „New York Times“ 2002 den Pulitzer-Preis für ihre Artikelserie zum 11. September 2001 „A Nation Challenged“ erhalten, siehe The-Pulitzer-Prizes-Webseite der Columbia University: The 2002 Pulitzer Prize Winner in Public Service, URL: <https://www.pulitzer.org/winners/new-york-times-2> [Zugriff: 19.12.2023]. ⮭
- Beispielhaft die Kritik von Warren, Craig A.: „It Reads Like a Novel“. The „9/11 Commission Report“ and the American Reading Public, in: Journal of American Studies 41 (2007), H. 3, S. 533–556. ⮭
- Alle Anhörungen, Dokumente und der Report sind einsehbar unter National Archives and Records Administration: National Commission on Terrorist Attacks Upon the United States, URL: <https://www.9-11commission.gov/> [Zugriff: 19.12.2023]. ⮭
- Für die verfügbaren US-Dokumente zu den Taliban siehe Gandhi, Sajit (Hrsg.): The September 11th Sourcebooks, Vol. VII: The Taliban File, in: The National Security Archive, 11. September 2003, URL: <https://nsarchive2.gwu.edu/NSAEBB/NSAEBB97/index.htm> [Zugriff: 19.12.2023]. ⮭
- Die verfügbaren US-Dokumente zu Haqqani finden sich bei Elias-Sanborn, Barbara (Hrsg.): The Haqqani History. Bin Ladin’s Advocate Inside the Taliban, in: The National Security Archive, 11. September 2012, URL: <https://nsarchive2.gwu.edu/NSAEBB/NSAEBB389/> [Zugriff: 19.12.2023]. ⮭
- McFadden, Robert D.: Bin Laden’s Journey from Rich, Pious Boy to the Mask of Evil, in: The New York Times, 30. September 2001, URL: <https://www.nytimes.com/2001/09/30/world/nation-challenged-profile-bin-laden-s-journey-rich-pious-boy-mask-evil.html> [Zugriff: 19.12.2023]. ⮭
- Vgl. Hegghammer, Thomas: The Rise of Muslim Foreign Fighters. Islam and the Globalization of Jihad, in: International Security 35 (2010), H. 3, S. 53–94. ⮭
- Vgl. Lahoud, Nelly u. a.: Letters from Abbottabad. Bin Ladin Sidelined?, hrsg. v. Combating Terrorism Center at West Point, West Point, New York 2012, siehe auch online unter der URL: <https://ctc.westpoint.edu/letters-from-abbottabad-bin-ladin-sidelined/> [Zugriff: 19.12.2023]. ⮭
- Vgl. Kean, Thomas H. u. a.: The 9/11 Commission Report, hrsg. v. National Commission on Terrorist Attacks Upon the United States, Washington 2004, S. 449–567, siehe auch URL: <https://www.9-11commission.gov/report/911Report.pdf> [Zugriff: 19.12.2023]. ⮭
- Die Bücher sind auf verschiedenen Internetforen erhältlich, wie zum Beispiel auf einer auf dem Online-Dienst archive.today archivierten Seite, URL: <https://archive.ph/20130128103106/http://mafa.maktoobblog.com/>; oder in der Online-Bibliothek Ketab, URL: <https://ketabonline.com/ar/authors/3119?display=grid&scope=titles&sort=created_at> [Zugriff: jeweils 11.01.2024]. ⮭
- Hamid, Mustafa/Leah Farrall: The Arabs at War in Afghanistan, Hurst, London 2015. Hier gemäß den Angaben des Buches ohne offizielle Umschrift. ⮭
- Eine Auswahl aus dem Werk ʿAzzāms findet sich bei Ketab, URL: <https://ketabonline.com/ar/authors/3028?display=grid&scope=titles&sort=created_at> [Zugriff: 11.01.2024]. Thomas Hegghammer hält die Dominanz des Theologischen für eine politische Strategie, denn Theologie wirke integrierender, politische Passagen dagegen polarisierender, vgl. Hegghammer, Thomas: The Caravan. Abdallah Azzam and the Rise of Global Jihad, Cambridge UP, Cambridge 2020, S. 131. ⮭
- Ḥāmid, Muṣṭafā: 1992–1979,من حواديت المجاهدين العرب في أفغانستان [Über die Geschichten der arabischen Mudschahedin in Afghanistan, 1979–1992], Bd. 1: خمسة عشر طلقات على طريق الله [Fünfzehn Schüsse auf Allahs Weg], Khost [Faruq-Lager] 1994, S. 21ff.. Ḥāmids spätere Ehefrau sprach in ihren Memoiren von einem „Flirt mit dem Marxismus“ vonseiten ihres Mannes, vgl. Neighbour, Sally: The Mother of Mohammed. An Australian Woman’s Extraordinary Journey Into Jihad, Melbourne UP, Melbourne 2010, S. 353, siehe auch URL: <https://de.scribd.com/read/252394121/The-Mother-Of-Muhammad-An-Australian-Woman-s-Extraordinary-Journey-Into-Jihad> [Zugriff: 19.12.2023]. ⮭
- ʿAzzām, ʿAbdallāh: في خضم المعركة [Mitten in der Schlacht], Peschawar 1989, S. 10f.; ders.: الأسئلة والأجوبة الجهادية [Fragen und Antworten zum Dschihad], Peschawar o. J. [wahrscheinlich 1989], S. 2, 7; ders.: ذكريات فلسطين [Erinnerungen an Palästina], Gaza 2002, S. 2, 16, 20, 32; ders.: قصص واحداث في أفغانستان [Geschichten und Ereignisse in Afghanistan], o. O. o. J., S. 28; Al Jihad, März 1989 (Titel: „Von Kabul nach Jerusalem“); auch über einen Bildvergleich legte ʿAzzām in einem Artikel für „Al Jihad“ diese Unterordnung Afghanistans nahe, vgl. Al Jihad, Mai 1988; vgl. Hegghammer, Thomas: ʿAbdallāh ʿAzzām and Palestine, in: Die Welt des Islams 53 (2013), H. 3–4, S. 353–387. ⮭
- Ḥāmid, Muṣṭafā: 1992–1979,من حواديت المجاهدين العرب في أفغانستان [Über die Geschichten der arabischen Mudschahedin in Afghanistan, 1979–1992], Bd. 4: حماقة كبيرة أو حرب الماعز [Die große Torheit oder der Krieg der Ziegen], Kandahar 1997, S. 22–190. ⮭
- Hārūn, Fāḍil: الحرب على الإسلام. قصة فاضل هارون [Der Krieg gegen den Islam. Die Geschichte von Fāḍil Hārūn], 2 Bde., o. O. 2009, hier: Bd. 1, S. 52f.; Ḥāmid, Muṣṭafā: 1992–1979,من حواديت المجاهدين العرب في أفغانستان [Über die Geschichten der arabischen Mudschahedin in Afghanistan, 1979–1992], Bd. 2: معركة بوابة الصخرية [Schlacht am Felsentor], Khost [Faruq-Lager] 1995, S. 194, 342f.; ders.: 1992–1979,من حواديت المجاهدين العرب في أفغانستان [Über die Geschichten der arabischen Mudschahedin in Afghanistan, 1979–1992], Bd. 3: خيانة على الطريق [Verrat auf dem Weg], Khost [Khost-Lager] 1995, S. 13; al-Ẓawāhirī: فرسان تحت راية النبي. الطبعة الثانية [Ritter] (wie Anm. 6), S. 62–67; Muḥammad, Bāsil: الأنصار العرب في أفغانستان [Die arabischen Unterstützer in Afghanistan], Riad 1991, S. 84f. ⮭
- al-Sūrī, Abū Muṣʿab [Pseudonym: ʿUmar ʿAbd al-Ḥakīm]: دعوة المقاومة الإسلامية العالمية [Aufruf des globalen Islamischen Widerstandes], o. O. 2004, S. 232f.; Ḥāmid: Geschichten, Bd. 1: خمسة عشر طلقات على طريق الله [Schüsse] (wie Anm. 20), S. 85. ⮭
- Ḥāmid: Geschichten, Bd. 1: خمسة عشر طلقات على طريق الله [Schüsse] (wie Anm. 20), S. 25–27, 34, 54; vgl. Neighbour: Mother (wie Anm. 20), S. 359f. ⮭
- Ḥāmid: Geschichten, Bd. 1: خمسة عشر طلقات على طريق الله [Schüsse] (wie Anm. 20), S. 108. ⮭
- Ebd., S. 34. Höchstwahrscheinlich gelangte Ḥāmid über die ǧamāʿa al-tablīgh zum Feldkommandeur Ǧalāl ud-Dīn Ḥaqqānī, denn der Gründer der ǧamāʿa al-tablīgh hatte gute Kontakte zur Schule von Deoband, mit der auch Ḥaqqānī aufgrund seines intellektuellen Hintergrundes in engem Kontakt stand; vgl. Reetz, Dietrich: Keeping Busy On the Path of Allah. The Self-Organisation (Intizām) of the Tablīghī Jamāʿt, in: Islam in South Asia 23 (2004), H. 1, S. 295–305. ⮭
- Ḥāmid: Geschichten, Bd. 1: خمسة عشر طلقات على طريق الله [Schüsse] (wie Anm. 20), S. 278. ⮭
- al-Sūrī: دعوة المقاومة الإسلامية العالمية [Aufruf] (wie Anm. 24), S. 1.408; ders.: الثورة الإسلامية الجهادية في سوريا [Die islamische Dschihad-Revolution in Syrien], Bd. 1: التجربة والعبرة. آلام وآمال [Die Erfahrung und Lehre. Schmerz und Hoffnung], o. O. 1991, Kapitel 1.2.27 [أحوال الفرق الجماعات الفرعية]. ⮭
- ʿAzzām, ʿAbdallāh: شهر بين العمالقة [Monate zwischen den Riesen], Peschawar 1989, S. 71; ders.: في خضم المعركة [Schlacht] (wie Anm. 21), S. 106; ders.: كلمات من خط النار [Wörter aus der ersten Linie des Feuers], Peschawar 1989, S. 53, 88–91; Ḥāmid: Geschichten, Bd. 4: حماقة كبيرة أو حرب الماعز [Torheit] (wie Anm. 22), S. 151; Afghan Jehad, Juli 1989; Al Jihad, August 1989; Al Jihad, Oktober 1989; vgl. Burns, John F.: Afghan Rebel Disavows Role in Ambush of Rivals, in: The New York Times, 6. August 1989, URL: <https://www.nytimes.com/1989/08/06/world/afghan-rebel-disavows-role-in-ambush-of-rivals.html> [Zugriff: 19.12.2023]. ⮭
- al-Qandahārī, Abū Ǧaʿfar: ذكريات عرب افغان [Erinnerungen der arabischen Afghanen], Kairo 2002, S. 36. Die gesammelten Märtyrer-Biografien, die in den 1980er Jahren regelmäßig in ʿAzzāms Zeitschrift „Al Jihad“ erschienen, in: ʿAzzām, ʿAbdallāh: معا على الطريق [Gemeinsam auf dem Weg], o. O. o. J., S. 1–288. ⮭
- Vgl. Forest, James u. a.: Harmony and Disharmony. Exploiting al-Qaʿida’s Organizational Vulnerabilities, hrsg. v. Combating Terrorism Center at West Point, West Point, New York 2006, online unter URL: <https://ctc.westpoint.edu/wp-content/uploads/2010/06/Harmony-and-Disharmony.pdf> [Zugriff: 19.12.2023]; vgl. Brown, Vahid: Cracks in the Foundation. Leadership Schisms in Al-Qaʿida from 1989–2006, hrsg. v. Combating Terrorism Center at West Point, West Point, New York 2007, siehe online URL: <https://ctc.westpoint.edu/wp-content/uploads/2010/06/cracks-in-the-foundation-leaderhip-schisms.pdf> [Zugriff: 19.12.2023]. ⮭
- Ḥāmid: Geschichten, Bd. 1: خمسة عشر طلقات على طريق الله [Schüsse] (wie Anm. 20), S. 264. Ein Foto Abū al-Ḥariṯs an der Seite ʿAbdallāh ʿAzzāms findet sich in der Zeitschrift: Al-Bunyan al-Marsus 30 (Februar 1990), S. 15. ⮭
- Combating Terrorism Center at West Point (Hrsg.): Book by Mustafa Hamid (Thartharah 1), Reference No.: AFGP-2002-600087, URL: <https://ctc.westpoint.edu/harmony-program/book-by-mustafa-hamid-thartharah-1-original-language-2/> [Zugriff: 19.12.2023]. ⮭
- Soufan, Ali: Al-Qaʿida’s Soon-To-Be Third Emir? A Profile of Saif al-ʿAdl, in: CTC Sentinel 14 (2021) H. 2, S. 1–21, URL: <https://ctc.westpoint.edu/wp-content/uploads/2021/02/CTC-SENTINEL-022021.pdf> [Zugriff: 19.12.2023]; vgl. Brown, Vahid: Al-Qaʿida Revisions. The Five Letters of Sayf al-ʿAdl, in: Jihadica, 10. Februar 2011, URL: <https://www.jihadica.com/al-qa%E2%80%99ida-revisions-the-five-letters-of-sayf-al-%E2%80%98adl/> [Zugriff: 19.12.2023]. ⮭
- Combating Terrorism Center at West Point (Hrsg.): Five Letters to the Africa Corps, 2002, Reference No.: AFGP-2002-600053, S. 5, URL: <https://ctc.westpoint.edu/harmony-program/five-letters-to-the-africa-corps-original-language-2/> [Zugriff: 19.12.2023]. Die Briefe laufen in der Datenbank nicht unter dem Namen „Muṣṭafā Ḥāmid“, da sie entweder mit „Abū Walīd“ (dem Kampfnamen Ḥāmids) oder mit „Ḥasan al-Tajiki“ unterschrieben sind. Ihre tatsächliche Herkunft verriet al-Ẓawāhirī, wonach sie von Muṣṭafā Ḥāmid stammen, vgl. al-Ẓawāhirī: فرسان تحت راية النبي. الطبعة الثانية [Ritter] (wie Anm. 6), S. 2f.. Das bestätigt auch Ḥāmids Buch zum „al-Furqan“-Projekt, der Ausbildung der tadschikischen Nahda-Partei im Faruq-Lager zwischen 1993 und 1994, über das die fünf Briefe beredt Auskunft erteilen, vgl. Ḥāmid, Muṣṭafā: Bd. 10: الجهاد بين نهري. مشروع طاجيكستان [Dschihad zwischen den Flüssen. Das Tadschikistan-Projekt], o. O. o. J., S. 6ff.. Die familiäre Beziehung Ḥāmids zu al-ʿAdl sowie dessen Nähe zu Abū Ḥafṣ bekräftigte auch Ḥāmids Ehefrau, vgl. Neighbour: Mother (wie Anm. 20), S. 363. ⮭
- Vgl. Combating Terrorism Center at West Point (Hrsg.): Letters (wie Anm. 36); vgl. Wats, Clint/Shapiro, Jacob/Brown, Vahid: Al-Qaʿida’s (Mis)Adventures in the Horn of Africa, hrsg. v. Combating Terrorism Center at West Point, West Point, New York 2007, URL: <https://ctc.westpoint.edu/al-qaidas-misadventures-in-the-horn-of-africa/> [Zugriff: 19.12.2023]. ⮭
- Vgl. Hamid/Farrall: Arabs (wie Anm. 18). ⮭
- Vgl. Wats/Shapiro/Brown: (Mis)Adventures (wie Anm. 37); vgl. Brown: Cracks (wie Anm. 32). ⮭
- Vgl. Brown, Vahid/Rassler, Don: Fountainhead of Jihad. The Haqqani Nexus, 1973–2021, Hurst, London 2013. ⮭
- Vgl. Häußermann, Nikolai: Eine „solide Basis“ für den islamischen Staat. Geschichte einer politischen Ideologie (1953–2003), wbg Academic, Darmstadt 2020, S. 127–173. ⮭
- Hamid/Farrall: Arabs (wie Anm. 18), S. 46, 51, 56; Ḥāmid: Geschichten, Bd. 1: خمسة عشر طلقات على طريق الله [Schüsse] (wie Anm. 20), S. 279; ders.: Geschichten, Bd. 3 خيانة على الطريق [Verrat] (wie Anm. 23), S. 133; ders.: Geschichten, Bd. 4: حماقة كبيرة أو حرب الماعز [Torheit] (wie Anm. 22), S. 114; Minbar Al Jihad, Mai 1990; Combating Terrorism Center at West Point (Hrsg.): Hezb-e-Islami Letter About Establishing an Office in Iran, Reference No.: AFGP-2002-008681-24, URL: <https://ctc.westpoint.edu/harmony-program/hezb-e-islami-letter-about-establishing-an-office-in-iran-original-language-2/> [Zugriff: 19.12.2023]. ⮭
- Ḥāmid, Muṣṭafā: 1992–1979,من حواديت المجاهدين العرب في أفغانستان [Über die Geschichten der arabischen Mudschahedin in Afghanistan, 1979–1992], Bd. 5: المطار تسعين [Der Flughafen 90], Khost 1998, S. 162, 176; ders.: Geschichten, Bd. 6: الصليب في سماء قندهار [Kreuz] (wie Anm. 6), S. 34. ⮭
- Vgl. Elias, Barbara (Hrsg.): Pakistan. „The Taliban’s Godfather?“, in: The National Security Archive, 14. August 2007, URL: <https://nsarchive2.gwu.edu/NSAEBB/NSAEBB227/index.htm> [Zugriff: 19.12.2023]. ⮭
- Vgl. Domainko, Annika: Uncertainty in Livy and Velleius. Time, Hermeneutics and Roman Historiography (= Zetemata. Monographien zur klassischen Altertumswissenschaft, H. 154), Beck, München 2018, S. 114ff.; vgl. Murray, Alexander Callander: The Composition of the Histories of Gregory of Tours and Its Bearing on the Political Narrative, in: ders. (Hrsg.): A Companion to Gregory of Tours (Brill’s Companions to the Christian Tradition, Bd. 63), Brill, Leiden 2016, S. 63–101, hier: S. 69ff. ⮭
- Vgl. Brown, Vahid/Rassler, Don: The Haqqani Nexus and the Evolution of al-Qaʿida, hrsg. v. Combating Terrorism Center at West Point, West Point, New York 2011, S. 21f., online unter der URL: <https://ctc.westpoint.edu/wp-content/uploads/2011/07/CTC-Haqqani-Report_Rassler-Brown-Final_Web.pdf> [Zugriff: 19.12.2023]. ⮭
- Ḥāmid: Geschichten, Bd. 1: خمسة عشر طلقات على طريق الله [Schüsse] (wie Anm. 20), S. 126, 295; vgl. Bell, Kevin: Usama bin Ladin’s „Father Sheikh“. Yunus Khalis and the Return of al-Qaʿida’s Leadership to Afghanistan, hrsg. v. Combating Terrorism Center at West Point, West Point, New York 2013, S. 8f., online unter URL: <https://ctc.westpoint.edu/wp-content/uploads/2013/05/CTC_Yunus-Khalis-Report-Final1.pdf> [Zugriff: 19.12.2023]; vgl. Peters, Gretchen: Haqqani Network Financing. The Evolution of an Industry, hrsg. v. Combating Terrorism Center at West Point, West Point, New York 2012, S. 14ff., URL: < https://ctc.westpoint.edu/wp-content/uploads/2012/07/CTC_Haqqani_Network_Financing-Report__Final.pdf > [Zugriff: 19.12.2023]. ⮭
- Ḥāmid: Geschichten, Bd. 1: خمسة عشر طلقات على طريق الله [Schüsse] (wie Anm. 20), S. 159f.. ⮭
- Ebd., S. 260f., ders.: Geschichten, Bd. 2: معركة بوابة الصخرية [Schlacht] (wie Anm. 23), S. 130ff., 243f., 259; vgl. ders./Farrall: Arabs (wie Anm. 18), S. 57. ⮭
- Ḥāmid: Geschichten, Bd. 2: معركة بوابة الصخرية [Schlacht] (wie Anm. 23), S. 343; vgl. ders./Farrall: Arabs (wie Anm. 18), S. 105, 111, 117, 119ff.. ⮭
- Ḥāmid, Muṣṭafā: Bd. 9: جرديز. تساقط المدن و سقوط النظام [Befreiung der Städte und Sturz des Regimes], o. O. o. J., S. 82, 93–108; vgl. Hārūn: الحرب على الإسلام. قصة فاضل هارون [Krieg] (wie Anm. 23), Bd. 1, S. 265f. ⮭
- Ḥāmid: Bd. 10: الجهاد بين نهري. مشروع طاجيكستان [Dschihad] (wie Anm. 36), S. 15; vgl. Stenersen, Anne: Al-Qaida in Afghanistan, Cambridge UP, Cambridge 2017, S. 57. ⮭
- Ḥāmid: Geschichten, Bd. 6: الصليب في سماء قندهار [Kreuz] (wie Anm. 6), S. 74f., 196f.; vgl. ders./Farrall: Arabs (wie Anm. 18), S. 215; vgl. Neighbour: Mother (wie Anm. 20), S. 372. ⮭
- Ḥāmid: Geschichten, Bd. 6: الصليب في سماء قندهار [Kreuz] (wie Anm. 6), S. 199–202, 220, 230ff.; vgl. ders./Farrall: Arabs (wie Anm. 18), S. 284. ⮭
- Ḥāmid: Geschichten, Bd. 3 خيانة على الطريق [Verrat] (wie Anm. 23), S. 133; vgl. ders./Farrall: Arabs (wie Anm. 18), S. 19, 104, 209. ⮭
- Vgl. Neighbour: Mother (wie Anm. 20), S. 6f.; vgl. Moghadam, Assaf: Marriage of Convenience. The Evolution of Iran and al-Qaʿida’s Tactical Cooperation, in: CTC Sentinel 10 (2017), H. 4, S. 12–17, hier: S. 14, URL: <https://ctc.westpoint.edu/marriage-of-convenience-the-evolution-of-iran-and-al-qaidas-tactical-cooperation/> [Zugriff: 19.12.2023]. In einem Dokument aus Abbottabad vom 22. August 2009 wurde Ḥāmid auch als iranischer Agent diffamiert, siehe Abu al-Khayr, Ahmad Hasan: Letter to Professor Mustafa Hamid, in: Office of the Director of National Intelligence (Hrsg.): Bin Ladin’s Bookshelf. Declassified Material, 1. März 2016, URL: <https://www.dni.gov/files/documents/ubl2016/english/Letter%20to%20Professor%20Mustafa%20Hamid.pdf> [Zugriff: 19.12.2023]. ⮭
- Ḥāmid: Geschichten, Bd. 6: الصليب في سماء قندهار [Kreuz] (wie Anm. 6), S. 27–31; vgl. ders./Farrall: Arabs (wie Anm. 18), S. 147–160; vgl. Hamming, Tore: The Hardline Stream of Global Jihad. Revisiting the Ideological Origin of the Islamic State, in: CTC Sentinel 12 (2019), H. 1, S. 1–7, hier: S. 1, URL: <https://ctc.westpoint.edu/hardline-stream-global-jihad-revisiting-ideological-origin-islamic-state/> [Zugriff: 19.12.2023]. ⮭
- Ḥāmid: Geschichten, Bd. 1: خمسة عشر طلقات على طريق الله [Schüsse] (wie Anm. 20), S. 222ff., 237. ⮭
- Ders.: Geschichten, Bd. 2: معركة بوابة الصخرية [Schlacht] (wie Anm. 23), S. 250f.. ⮭
- Vgl. Wright, Lawrence: The Looming Tower. Al-Qaeda and the Road to 9/11, Knopf, New York 2007, S. 120. ⮭
- CIA (Hrsg.): National Intelligence Daily, 6. Juni 1987, S. 8, zu finden im Freedom of Information Act Electronic Reading Room, URL: <https://www.cia.gov/library/readingroom/docs/CIA-RDP88T00963R000100040001-4.pdf> [Zugriff: 19.12.2023]; U.S. Information Agency (Hrsg.): Afghanistan Chronology 1987, Washington 1988, S. 18, URL: <https://afghandata.org:8080/xmlui/handle/azu/3226> [Zugriff: 19.12.2023]; Afghanistan Forum Newsletter 15 (1987), H. 4, S. 8; Afghanistan Forum Newsletter 15 (1987), H. 5, S. 9. ⮭
- Ḥāmid: Geschichten, Bd. 2: معركة بوابة الصخرية [Schlacht] (wie Anm. 23), S. 254. ⮭
- Vgl. Hamid/Farrall: Arabs (wie Anm. 18), S. 108ff., 122f.; Berger, J. M. (Hrsg.): Beatings and Bureaucracy. The Founding Memos of Al Qaeda, Intelwire Press 2012; vgl. Wright: Tower (wie Anm. 60), S. 131ff. ⮭
- Ḥāmid: Geschichten, Bd. 3 خيانة على الطريق [Verrat] (wie Anm. 23), S. 5; ders.: Geschichten, Bd. 6: الصليب في سماء قندهار [Kreuz] (wie Anm. 6), S. 27–35; vgl. ders./Farrall: Arabs (wie Anm. 18), S. 147ff., 165ff.. ⮭
- Ḥāmid: Geschichten, Bd. 4: حماقة كبيرة أو حرب الماعز [Torheit] (wie Anm. 22), S. 109f., 121–151; vgl. ders./Farrall: Arabs (wie Anm. 18), S. 148f., 153. ⮭
- Ḥāmid: Geschichten, Bd. 4: حماقة كبيرة أو حرب الماعز [Torheit] (wie Anm. 22), S. 33, 125; ʿAzzām: كلمات من خط النار [Wörter] (wie Anm. 30), S. 20, 36f.; ders.: في خضم المعركة [Schlacht] (wie Anm. 21), S. 107. ⮭
- Ḥāmid: Geschichten, Bd. 6: الصليب في سماء قندهار [Kreuz] (wie Anm. 6), S. 58, 64ff., 111; vgl. ders./Farrall: Arabs (wie Anm. 18), S. 207–217, 251. ⮭
- Hamid/Farrall: Arabs (wie Anm. 18), S. 207–217, 231, 243f.; einen ausführlichen Bericht zu den „Ereignissen der Nacht“ (militärische Reaktion der Clinton-Regierung) vom 20. August 1998 in den unterschiedlichen Araber-Lagern in Afghanistan: Ḥāmid: Bd. 10: الجهاد بين نهري. مشروع طاجيكستان [Dschihad] (wie Anm. 36), S. 63–72. ⮭
- Ḥāmid: Geschichten, Bd. 6: الصليب في سماء قندهار [Kreuz] (wie Anm. 6), S. 67, 74f., 110; vgl. ders./Farrall: Arabs (wie Anm. 18), S. 215; vgl. Neighbour: Mother (wie Anm. 20), S. 372; ebenso in einem Brief bin Lādins an Mullā ʿUmar, siehe als pdf-Dokument in der CIA-Library: November 2017 Release of Abbottabad Compound Material, Referenznr.: AFGP-2002-600321-Trans, URL: <https://www.cia.gov/library/abbottabad-compound/71/718A2632589F742D5BAF987CEF2C4E36_AFGP-2002-600321-Trans.pdf> [Zugriff: 19.12.2023]. ⮭
- Ähnlich skeptisch über die Bücher Ḥāmids äußerte sich ein al-Qaida-Mitglied 2009 in dem bereits zitierten Brief an Muṣṭafā Ḥāmid: vgl. Abu al-Khayr: Letter (wie Anm. 56). ⮭
- Vgl. Häußermann: Basis (wie Anm. 41), S. 142f. ⮭
- Vgl. ebd., S. 214f.; Muṣṭafā Ḥāmids Brief (vom 30. September 1993) an Saif al-ʿAdl in: Combating Terrorism Center at West Point (Hrsg.): Five Letters (wie Anm. 36). ⮭
- Vgl. Häußermann: Basis (wie Anm. 41), S. 268. ⮭
- al-ʿAdl, Saif: تجربتي مع أبي مصعب الزرقاوي [Meine Erfahrung mit Abū Muṣʿab al-Zarqāwī], o. O. [wahrscheinlich Teheran] o. J. [wahrscheinlich 2008], Kapitel 3 [تفويض بن لادن والظواهري], URL: <http://www.ilmway.com/site/maqdis/MS_9618.html>. Die Schriften Saif al-ʿAdls waren auf den mittlerweile gesperrten Seiten zu finden unter URL: <http://www.ilmway.com/site/maqdis/MS_9286.html> [Zugriff: 18.04.2017]. ⮭
- Vgl. Häußermann: Basis (wie Anm. 41), S. 256ff. ⮭
- Ḥāmid: Geschichten, Bd. 4: حماقة كبيرة أو حرب الماعز [Torheit] (wie Anm. 22), S. 76. ⮭
- Vgl. al-Saleh, Huda: How Al-Qaeda’s ‚Historian‘ Mustafa Hamed Spreads Propaganda from Iran, in: Al Arabiya News, 11. Juni 2018, URL: <https://english.alarabiya.net/features/2018/06/11/How-Al-Qaeda-s-historian-Mustafa-Hamed-spreads-propaganda-from-Iran> [Zugriff: 19.12.2023]. ⮭
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