Größtenteils gab es in der menschlichen Vergangenheit keinen oder nur wenig Müll: Dinge und Materialien wurden weiterverwendet und wiederverwertet, andere Reste als Dünger oder Anschüttung verwendet.1 Erst als sich in der westlichen Welt ab den 1950er Jahren die Massenkonsumgesellschaft zu entfalten begann, stieg die Menge des Hausmülls an: Pro Kopf und Jahr sind es in entwickelten Ländern derzeit rund 500 bis 700 Kilogramm.2 Obwohl Müll eine alltägliche und „umfassend gegenwärtig[e]“ Begleiterscheinung des Konsumierens darstellt(e)3, hat eine Auseinandersetzung damit in den Geschichtswissenschaften bislang nur begrenzt stattgefunden. Der Müll und das Wegwerfen kamen mit der Umweltbewegung der 1970er und 1980er Jahre stärker in den Blick, wobei zunächst eher eine moralisierende Perspektive eingenommen wurde.4 Auch im Kontext der Urbanisierungsgeschichte gab es ein frühes Interesse an (städtischem) Müll, der Teil der kommunalen Bemühungen um eine environmental reform während der letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts wurde. Schon zu Beginn der 1980er Jahre legte Martin Melosi eine umfangreiche Studie zum „refuse problem“ US-amerikanischer Städte vor, das er bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts untersuchte.5
Stark an der first-hand consumption und weniger am Weiter- und Nachleben der Dinge interessiert, hat sich die Konsumgeschichte relativ spät dem Thema des Mülls angenommen: Erst ab den 1990er Jahren thematisierten Forscher_innen wie Susan Strasser und im deutschsprachigen Raum Wolfgang König Entstehen und Wandel des Wegwerfens.6 Eine Brücke zwischen Umwelt- und Konsumgeschichte schlug der Schweizer Historiker Christian Pfister mit seiner These vom „1950er Syndrom“, das die problematischen ökologischen und sozialen Auswirkungen des massenhaften Energieverbrauchs (und des Konsums) seit den 1950er Jahren ansprach und auf die Nicht-Nachhaltigkeit der Wegwerfgesellschaft verwies.7 Die Überlegungen Pfisters wurden in der Folge nur wenig rezipiert, anders als die These eines „Anthropozäns“, das – beginnend mit der Industrialisierung – ein neues, vom Faktor Mensch bestimmtes geologisches Erdzeitalter konstatiert. Interessanterweise lässt das Anthropozän-Konzept die Phase der „Great Acceleration“ mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs beginnen und überschneidet sich auch in anderen Bereichen mit der Argumentation Pfisters, wenngleich die ansteigende Müllmenge in der Anthropozän-Diskussion nicht als Indikator herangezogen wird.8
Im letzten Jahrzehnt ist es zu einer spürbaren Ausweitung des Interesses am Müll und am Wegwerfen gekommen, was vor allem dem Bedeutungsgewinn umweltgeschichtlicher Ansätze zuzuschreiben ist. Beeinflusst durch Forschungen aus der Ökologie, der Ethnologie und Anthropologie oder Geografie haben sich dabei die geschichtswissenschaftlichen Zugänge ausgeweitet und diversifiziert:9 Hinzugekommen sind der Blick auf globale Zusammenhänge und die Untersuchung von Wegwerfen im weiteren Sinne, was auch Praktiken der Weiternutzung, des Weitergebens und Wiederverwertens einschließt. Mittlerweile führt das Thema Müll kein Nischendasein mehr, was sich an dessen Behandlung in wichtigen neueren Überblicksdarstellungen zur Konsum‑, Stadt- und Umweltgeschichte zeigt.10
Im Zentrum dieses Essays stehen drei neuere Monografien, welche die Thematik des Wegwerfens und des Mülls aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten und sich stellenweise komplementär lesen lassen:11 Wolfgang König knüpft mit seinem schmalen Band stark an seine konsumgeschichtlichen Überblickswerke an und zeichnet das (westdeutsche) Wegwerfen aus der Perspektive von Konsument_innen und Produzenten nach. Neben (und zwischen) den Logiken und Folgewirkungen des Wegwerfens stehen bei König Produkt- beziehungsweise Dinggeschichten, die aber manchmal nur geringe Berührungspunkte zur Thematik aufweisen. Streckenweise fällt die Argumentation kursorisch und essayistisch aus, immer wieder werden Sachbücher und das Internet als Referenz herangezogen12, statt einer längerfristigen Betrachtung erfährt man Punktuelles aus „der Vergangenheit“ (S. 133) und Vieles aus den 2010er Jahren. Im Gegensatz dazu hat Roman Köster mit der Druckfassung seiner Habilitationsschrift eine facettenreiche und spannende Untersuchung der westdeutschen Müllpolitik und Abfallwirtschaft „an der Schnittstelle von Wirtschafts‑, Technik- und Umweltgeschichte“ (S. 15) vorgelegt. Im empirischen Kern behandelt die Studie zeitlich die 1960er und 1970er Jahre und fokussiert räumlich auf die Städte Dortmund, Frankfurt am Main und Mannheim; sie geht aber in vielerlei Hinsicht vielfach darüber hinaus. Martin Melosi erzählt schließlich in seinem 700-seitigem Buch die Geschichte der zeitweilig größten Hausmülldeponie der Welt, „Fresh Kills“ bei New York. Dabei betrachtet er den Ort vor, während und nach seiner Nutzung als Deponie und entwirft so eine langfristige Landschaftsgeschichte des Ortes „Fresh Kills“, den er als „focal point“ der „intersecting histories of New York City, Staten Island, and the challenges of waste management“ sieht (S. 2). Dabei wird auch eine Geschichte von Stadt-Hinterland- und Zentrum-Peripherie-Beziehungen erzählt, die im 19. Jahrhundert beginnt, bis in die unmittelbare Gegenwart reicht und mit der Umwandlung der Deponie in eine riesige, suburbane Parklandschaft endet. Zentral, so Melosi, sei der langfristige Blick: „Fresh Kill’s history is cumulative, not episodic“ (S. 4). Deponieorte, meist verdrängte und periphere Nicht-Orte, und der dort materiell dokumentierte Umgang mit Dingen und Materialien sei als „culturally and historically important“ (S. 491) zu erachten – dieser Logik folgte auch Melosis Überlegung, eine kalifornische „sanitary landfill“ als „national historic landmark“ vorzuschlagen.13
Divers und partiell, dabei aber kongruent sind die Quellen, die den drei Darstellungen zugrunde liegen: König greift vor allem auf zeitgenössische Literatur zurück, für einzelne Beispiele auf ein Sample von Neckermann-Katalogen. Beim Wegwerfprodukt-Fallbeispiel Nylonstrumpf wird kurz Material aus einem Firmenarchiv verwendet (S. 75–79), andere Firmenarchive seien hingegen nicht zugänglich gewesen (S. 15). Köster verwendet größtenteils Archivalien aus Stadtverwaltungen und Umweltbehörden der Bundesrepublik sowie abfallwirtschaftliche Fachliteratur. Melosi nutzt Textquellen der städtischen Stakeholder und Zeitungen. Interessanterweise verwendet nur Melosi die Methode der Oral History (mit rund zehn Interviews), wobei erneut eher politische und technische Akteure zu Wort kommen und nur einzelne Anrainer der Mülldeponie.
Müll wird gemacht
In Anlehnung an die berühmte und etwas vage Formulierung der britischen Anthropologin Mary Douglas kann Müll als „matter out of place“ definiert werden.14 Dies überdeckt aber möglicherweise den Facettenreichtum von Abfällen und sich verändernde Zuschreibungen: Erwähnenswert ist in diesem Kontext die schon etwas ältere begriffsgeschichtliche Annäherung an den „Abfall“ von Ludolf Kuchenbuch, der darauf verwies, dass sich erst im Verlauf des 19. Jahrhunderts die Bedeutung als Hygieneproblem („Müll“) herausbildete.15 Die Kontexte der Müllentstehung bilden den Mittelpunkt von Wolfgang Königs Überlegungen; er sieht den Müll als Konsequenz und Kennzeichen einer „entwickelten Konsumgesellschaft“ (S. 8). Mit dem Anstieg des Lebensstandards und der Ausweitung der Konsummöglichkeiten ab der Mitte des 19. Jahrhunderts kam es zu einer Veränderung des Umgangs mit Dingen und Material. Es verschwanden die von Sparsamkeit, Weiterverwendung und Wiederverwertung geprägten Nutzungsideale, die in der Forschung treffend als „stewardship of objects“ (Susan Strasser) und „Reparatur- und Recyclingmentalität“ (Christian Pfister) bezeichnet wurden.16
Obwohl Praktiken und Strukturen der Wiederverwertung bis in die Nachkriegszeit bestanden, haben Urbanisierung und Hygienisierung der Städte bereits ab Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem Anstieg der Abfallmengen geführt, und damit sind dann auch die Abfälle sichtbarer geworden.17 Zunehmend verschwanden die Fütterung eigener Kleintiere mit den vegetabilen Resten aus den Haushalten, die Sammlung und Nutzung durch die stadtnahe Landwirtschaft und das eigene Verbrennen von Abfällen. Dies führte dazu, dass es in größeren Städten schon im ausgehenden 19. Jahrhundert kontinuierliche Diskussionen über das „garbage problem“ gab.18 Probleme bildeten die steigenden Mengen und deren dezentrales Einsammeln, nicht die Zusammensetzung des Mülls: 1906 bestand der New Yorker Hausmüll (nach Gewicht) vor allem aus Asche (80 Prozent), dazu kamen organische Reste und rund 5 Prozent Papier. In westeuropäischen Städten war der Müll ähnlich zusammengesetzt, wenngleich der Aschegehalt jahreszeitliche Schwankungen und regionale Unterschiede aufweisen konnte. Bis in die Nachkriegszeit hat sich diese Materialität kaum verändert.19
Stärker wandelten sich Wegwerfen, Müllmengen und Müllzusammensetzung mit dem Boom der trente glorieuses: Zwischen 1955 und 1970 kam es in Westdeutschland zu einem starken Anstieg des Hausmüllaufkommens pro Kopf, für die Zeit ab 1980 ist eine Stagnation festgestellt worden. Zunehmend fanden sich Verpackungen im Müll, besonders stark stieg der Anteil der Kunststoffe.20 Für den Anstieg der häuslichen Müllmenge waren Durchsetzung und Expansion von Selbstbedienung und Versandhandel verantwortlich, auch wurden Gebrauchsgegenstände (zum Beispiel Möbel oder Kleidung) kürzer genutzt. Sperrmüll war ein neues Phänomen der Nachkriegszeit, das die geschichtswissenschaftliche Forschung bislang weitgehend ausgespart hat.21 Zudem weitete sich das Angebot von sogenannten Wegwerfprodukten aus. Wolfgang König hat in seiner „Geschichte der Wegwerfgesellschaft“ dieser Produktgruppe viel Aufmerksamkeit eingeräumt, wobei hier sehr unterschiedliche Dinge (und deren Entwicklungs- und Diffusionsgeschichten) aufeinandertreffen: Dem Toilettenpapier ohne wirkliche Nicht-Wegwerf-Alternative stehen Plastikfeuerzeuge beziehungsweise Stifte der Marke „BIC“ gegenüber. Tendenziell kommen hier, nicht nur bei König, die Wegwerfenden selbst kaum ins Bild oder nur sehr kurz. Zwar gibt es ein grundsätzliches Nachdenken über „Wegwerfstile“, etwa bei Roman Köster – als Motive werden Hygiene, niedrige Preise und Bequemlichkeit ausgemacht (S. 62–69) – aber über Veränderungen und Unterschiede in zeitlicher, räumlicher und sozialer Hinsicht erfährt man erstaunlich wenig. Wenn etwa Roman Köster einen Mannheimer Beamten zitiert, der 1958 äußerte, dass es „fast nicht zu glauben [sei], was heute alles weggeworfen wird“ (S. 64), dann spürt man an dieser Stelle deutlich die Abwesenheit eines tiefer gehenden Thematisierens der Veränderung des Wegwerfverhaltens. Bildeten etwa „Müllgroßbehälter“, die ab Mitte der 1960er Jahre in der BRD verstärkt aufgestellt wurden und Entsorgungskosten reduzieren sollten, auch eine Einladung zum unreflektierten Wegwerfen?22 Der Anstieg der Müllmenge in der Nachkriegszeit korrelierte mit dem Verschwinden von gewerblichen Strukturen der Nachnutzung. Für die westdeutsche Altstoffbranche bildete der Zweite Weltkrieg eine erhebliche Zäsur: Jüdische Altstoffhändler_innen wurden vertrieben, enteignet und ermordet, gleichzeitig etablierte das nationalsozialistische Regime staatliche Altstoffsammlungen.23 Aber auch in anderen Ländern verschwanden Recyclingstrukturen mit sinkenden Preisen für Altstoffe und neue Rohstoffe sowie steigenden Arbeitskosten.24
In allen drei Büchern bilden das Wegwerfen und die Wahrnehmung von Müll allerdings kein zentrales Thema: Es wird zwar publizistische Kritik erwähnt, die vor allem der „Müll-Lawine“ der 1960er Jahren folgte und die Müll als Wohlstands- und Konsumproblem interpretierte, ein einheitliches Bild ergibt sich daraus aber nicht. Wenig überraschend verweisen alle drei Autoren – wie zahlreiche andere Studien – auf den US-amerikanischen Publizisten Vance Packard und dessen 1960 erschienenes Buch „The Waste Makers“, das bereits im folgenden Jahr in deutscher Übersetzung vorlag.25 Packard störte der verschwenderische Umgang mit Ressourcen und die verkürzte Nutzungsdauer von Gebrauchsgütern, was er auf die Produzenten und deren Verkaufsstrategen („they“) zurückführte. Der bekannteste Aspekt in Packards Buch bildet die Annahme einer „geplanten Obsoleszenz“: Dinge seien, so Packard, mit bewusst reduzierter Lebensdauer konstruiert oder würden (zum Beispiel durch Mode oder technischen Fortschritt) bereits Gekauftes künstlich veralten lassen, was den Absatz neuer Produkte fördere. Obgleich Packard relativ differenziert argumentierte, wurde (und wird) Obsoleszenz meist auf den ersten Aspekt reduziert.26 Wolfgang König ist diesbezüglich skeptisch und verweist darauf, dass sich die Nutzungsdauer von Gegenständen meist an Konsument_innen und an den Verkaufspreis angepasst habe, vieles wurde (und wird) vor dem Defekt ersetzt (S. 115–121). Gegenbewegungen, die Derartiges kritisierten, seien, so König, erst ab den 1970er Jahren begrenzt aufgetreten, auch Ansätze der sharing economy könne man in diesem Kontext sehen (S. 133–141).
Ein weiterer Gegenentwurf zum Wegwerfen bildete das Recycling: Ab den 1970er Jahren entwickelte sich die Vorstellung, Rohstoffe in einem Kreislauf führen zu können, zu einer wichtigen Zukunftsvision. Diese zielte auf die Einsparung von Ressourcen ab, aber auch auf eine Reduktion des Mülls. Die Praxis des Recyclings gestaltete sich schwierig, da Arbeitskosten hoch und Materialpreise niedrig und mitunter volatil waren, dazu kamen bei manchen Materialien erhebliche Probleme bei der stofflichen Wiederverwertung.27 Weder Recycling noch Versuche der Müllvermeidung haben zu einer Trendwende beim Müllaufkommen geführt, trotz steigendem Umweltbewusstsein ist man in der westlichen Welt von „Zero Waste“ derzeit genauso weit entfernt wie einige Jahrzehnte zuvor.
Müll wird „entsorgt“28
Mancherorts – tendenziell in kleinen Städten und auf dem Land – lag die Verwertung oder Beseitigung von häuslichen Abfällen und Resten bis ins 20. Jahrhundert in privater Verantwortung, was aber auch außerhäusliche Akteure (etwa Altmaterialsammler_innen oder Landwirt_innen) miteinschließen konnte. In den meisten Städten bildete sich während der letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts die Müllbeseitigung als Aufgabenbereich der städtischen Verwaltungen heraus.29 Ziel war, wie es Martin Melosi für New York beschrieben hat, „unburdening the streets, alleyways, and vacant lands of piles of rubbish for the sake of mobility, safety, and health“ (S. 9). Der Müll wurde dabei nicht nur als hygienische, sondern auch als visuelle und olfaktorische Beeinträchtigung wahrgenommen. Zunächst wurde das Sammeln und Beseitigen der Abfälle an private Unternehmer ausgelagert, was aber die meisten Städte nach Erfahrungen der Dysfunktionalität bald in Eigenregie übernahmen. Abfälle wurden nach der Sammlung sortiert und verwertbare Stoffe getrennt – diese Bereiche können jedoch als nur punktuell erforscht gelten. Die nichtverwertbaren Reste wurden meist nach dem Prinzip out of sight, out of mind behandelt, wobei die häufigste Lösung das Anschütten an peripheren Orten bildete.30 Die Insellage New Yorks bot vielfältige Möglichkeiten der Landgewinnung: Uferbereiche wurden mit „fill“ angeschüttet, Verbindungen zwischen Inseln hergestellt, und es entstanden sogar einige künstliche Inseln.31 Mit steigenden Müllmengen nahm (als kostengünstigste Lösung) das Verkippen der New Yorker Abfälle im Meer zu: 1882 wurden 29 Prozent der Abfälle für Landgewinnung verwendet, zwei Drittel wurden dagegen im Meer beseitigt. Letzteres führte schon früh zu Konflikten mit den Nachbarstaaten wegen angeschwemmtem Müll, aber erst 1934 endete die Entsorgung im Meer.32 Hoffnungen setzte man auf eine zentralisierte Verbrennung des Mülls, wie sie in Großbritannien vor allem seit den 1870er Jahren praktiziert wurde. In New York entstanden seit dem Ende des 19. Jahrhunderts zahlreiche Anlagen zur Müllverbrennung, die sich aber langfristig nicht durchsetzen konnten. Die Kosten waren zu hoch und die Anrainerproteste zu vehement; in New York wurde der peak der Müllverbrennung schon gegen Ende der 1930er Jahre erreicht.33 Interessanterweise wurde das Verbrennen von Müll um die Jahrhundertwende teilweise auch als verschwenderisch kritisiert, da dadurch eine andere Nutzung der Abfälle unmöglich wurde.34
In Deutschland kam es in der Zwischenkriegszeit zu einem deutlichen Schub der Technisierung und Systematisierung der städtischen Abfallwirtschaft. Es bildete sich wie bei anderen kommunalen Ver- und Entsorgungstätigkeiten der Zwangsanschluss an die Müllabfuhr heraus, sodass im Nachkriegsdeutschland die Müllbeseitigung flächendeckend etabliert war.35 Der starken Rolle der Kommunen entsprechend liegt auch in der Forschung der Fokus meist auf der städtischen Abfallbeseitigung: Roman Köster thematisiert nur in einem Kapitel die unternehmerische Entsorgung (S. 302–334), in New York wurde die dominierende stadteigene Abfallbeseitigung erst mit dem Neoliberalismus der 1990er Jahre in Frage gestellt. Als Entsorgungslösung setzte sich in der Nachkriegszeit allgemein die „geordnete Deponie“ durch, Ende der 1980er Jahre landete bereits mehr als 80 Prozent des New Yorker Mülls auf Deponien.36 Die „sanitary landfill“ wurde schon seit der Zwischenkriegszeit in Großbritannien und den USA als Ideal diskutiert und praktiziert. Diese Methode folgte eigentlich noch der Logik des Landgewinnes, sollte nun aber technisch-wissenschaftlich „controlled“ ablaufen, was eine Reduktion von Gerüchen, das Komprimieren der Abfallschichten und – am Ende – das Verschwindenlassen unter einer Erdaufschüttung implizierte. Die Deponie bildete eine zentralisierte Lösung, und damit stieg meist auch die Größe dieser Entsorgungsorte an.37 Aber selbst die größte Deponie hatte Kapazitätsgrenzen, und dadurch kam es, wie Köster es bezeichnet, zu einem „Comeback“ der Müllverbrennung (S. 171, 198f.). Begünstigt wurde das Verbrennen durch den höheren Anteil an Verpackungsmaterial im Müll, zudem wurde meist auch die bei der Verbrennung entstandene Abwärme für Fernheizung und Stromerzeugung genutzt. In der Praxis ergaben sich jedoch zahlreiche Probleme: Der Energieinput (und damit der finanzielle Aufwand) war hoch, die Emissionsproblematik erheblich, das Verbrennen von Polyvinylchlorid (PVC) führte zu Korrosionsschäden und die toxische Asche musste deponiert werden.38 Martin Melosi beschreibt in seinem Buch die Fahrt des Frachtschiffes „Khian Sea“, das 1984 15.000 Tonnen Asche aus einer Müllverbrennungsanlage in Pennsylvania als „fill“ auf den Bahamas beseitigen sollte. Das Schiff endete nach lokalen und internationalen Protesten als „barge to nowhere“ und kehrte nach einer jahrelangen Odyssee – die es nach Haiti, Westafrika und bis ins Mittelmeer führte – mit einer Restmenge von 2.500 Tonnen Asche zurück zum Ausgangspunkt (S. 329ff.). Dieses Beispiel zeigt einerseits die Externalisierungstendenzen bei problematischen Abfällen, anderseits die gestiegene Relevanz (und Handlungsmacht) der internationalen Umweltbewegung. Zunehmend betraf das Ausnutzen des Nord-Süd-Gefälles auch andere, nicht mehr genutzte Objekte wie Kleidung, Autos oder Elektronik, die in Entwicklungsländer exportiert wurden.39
Über die Orte der Entsorgung gibt es bislang kaum systematische Untersuchungen aus geschichtswissenschaftlicher Perspektive.40 Zumindest für die New Yorker Großdeponie „Fresh Kills“, die von 1948 bis 2001 in Betrieb war, liefert nun Martin Melosi eine spannende und facettenreiche, wenngleich manchmal etwas mäandernde case study. Als die Stadt die in den Außenbezirken von New York gelegenen Deponien erreichte und diese sukzessive geschlossen wurden, begann die Suche nach Alternativen. Staten Island habe sich, so Melosi, als „Forgotten Borough“ als Entsorgungsort angeboten, da er relativ abgelegen und zunächst dünn besiedelt war und zahlreiche ungenutzte „wetlands“ aufwies (S. 74–80). Zudem begünstigte die „political vulnerability“ (S. 173), das heißt das vergleichsweise geringe Gewicht von Staten Island im politischen Gefüge des Staates New York, die Einrichtung einer Mülldeponie zum Ende der 1940er Jahre. Ohnehin, so die damalige Überlegung, könnte man die Deponie, die nur als temporäre „dump“ gesehen wurde, später als Park nachnutzen (S. 163f., 200). Zunächst sollten nur kleinere Mengen in Fresh Kills deponiert werden, rasch stieg die Bedeutung der Deponie an: Mitte der 1960er Jahre endete bereits ein Drittel des New Yorker Mülls auf der „Fresh Kills Landfill“.41
Generell nahmen ab den 1960er Jahren mit dem Anwachsen der Müllmengen und mit der Verwissenschaftlichung der Abfallwirtschaft die Diskurse um Probleme der Mülldeponien zu. Zuerst sah man das Grundwasser als gefährdet an, dann kamen auch andere Bereiche in den Blick: „Abfall, der vormals Gegenstand der Städtehygiene gewesen war“, wurde damals, so Roman Köster, „als Umweltproblem reformuliert“ (S. 240). Damit traten auch Staaten als Akteure in der Abfallbeseitigung auf, wenngleich überregionale Diskussionen und Kooperationen schon vor dem Beginn der staatlichen Umweltpolitik in den 1970er Jahren einsetzten. In den USA führte der Mülldiskurs 1965 zum „Solid Waste Disposal Act“, das als erstes Bundesgesetz den Hausmüll als nationales (und nicht nur lokales oder regionales) Problem ansprach.42
Das neue Umweltbewusstsein manifestierte sich auch vor Ort: 1968, also deutlich vor der Gründung der nationalen „Environmental Protection Agency“, entstand in New York die „New York Environmental Protection Administration“, zu deren Aufgabengebieten dann auch die Hausmüllbeseitigung gehörte.43 Wenngleich nun die Widerstände gegen Mülldeponien häufiger und vehementer artikuliert wurden, blieb der Kreis der Protestierenden in der Regel auf die unmittelbar Betroffenen beschränkt („not in my backyard“).44 In New York ließ die zunehmende Besiedlung von Staten Island den Problemdruck ansteigen und die Mülldeponie zu einem politischen Problem werden: Schließlich scheiterte ein Versuch, die Loslösung Staten Islands von New York zu erreichen, zu Beginn der 1990er Jahre nur knapp.45 Für die meisten Städte blieb der Hausmüll aber lange eher ein logistisches und finanzielles Problem. In New York erfolgte die Mitte der 1990er beschlossene Schließung der „Fresh Kills Landfill“ aus politisch-taktischen und praktischen Gründen. Ein neuer Bürgermeister erkannte die Deponieschließung als Wahlkampfthema und strebte eine Privatisierung der städtischen Abfallbeseitigung an. Ohnehin war eine Schließung alternativlos, da die Kapazitätsgrenzen der Deponie in 1990er Jahren erreicht wurden: Schon im Jahrzehnt zuvor hatten die Müllhügel der „Fresh Kills Landfill“, die Mitte der 1980er Jahre täglich 29.000 (!) Tonnen Müll aufnahmen, zwischenzeitlich eine Höhe von über 100 Metern erreicht. Die Schließung der Deponie erfolgte schließlich im Frühjahr 2001, wenngleich man den Schutt der 9/11-Terroranschläge in Fresh Kills sortierte und teilweise dort beließ. Trotz jahrelanger Suche konnten nicht alle menschlichen Überreste geborgen werden, wodurch die frühere Deponie somit auch zu einem Begräbnis- und Gedenkort wurde. Seit 2001 endet der New Yorker Müll vor allem in Pennsylvania und Virginia.46 In der EU gelten seit 2005 umfangreiche Beschränkungen für das Deponieren von Abfällen, was den Druck auf städtische Entsorger erhöht und zur Schließung zahlreicher Deponien geführt hat.47
Das afterlife der Mülldeponien ist bislang noch wenig von den Geschichtswissenschaften betrachtet worden: Ihre long-term legacies waren teure Sanierungsfälle, die oft staatlich finanziert werden mussten, wie die eingangs erwähnte Deponie von Fresno (und spätere national historic landmark). Die meisten Deponien verschwanden durch eine Nachnutzung als Gewerbegebiet oder Park. Auch auf Staten Island ist ein „Freshkills Park“ im Entstehen, der das derzeit größte (und wohl teuerste) Transformationsprojekt in den USA darstellt. Die Renaturierung von Deponien wurde schon im frühen 20. Jahrhundert vielfach praktiziert, da der Boden in Großstadtnähe ein knappes Gut darstellte. Ähnlich wie beim Central Park in den 1850er Jahren erfolgte die Neugestaltung in Fresh Kills über einen Wettbewerb, wobei die Vergangenheit als „landfill“ nicht völlig versteckt werden sollte.48 Das Siegerprojekt sieht einen Landschaftspark mit verschiedenen Teilen vor, der neben Freizeit- und Verkehrsflächen auch Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energie und einen Gedenkplatz für die Opfer von 9/11 inkludiert. In ökologischer Hinsicht ist die Renaturierung ein komplexer Prozess, der aufgrund der stark modifizierten Landschaft kein ‚Zurück zur Natur‘ ermöglicht und für die nächsten Jahrzehnte wegen der laufenden Setzungs- und Zerfallsprozesse in den Deponieschichten eine aufwendige technisch-logistische Nachbetreuung erfordert.49
Was ermöglicht „Müllgeschichte“?
Martin Melosi stellt in seinem Buch explizit die Frage, was eine Mülldeponie über „our history“ aussagen könne: Entsorgungsorte zeigen die komplexe Verbindung zwischen Konsum und Müll auf, sie verdeutlichen auch, dass Wegwerfende nicht über die endgültige Entsorgung entscheiden, zudem lässt der Blick auf die Entsorgungsorte die sich verändernden Praktiken der Stakeholder („workable disposal option“, S. 3) erkennen. Ein Perspektivenwechsel scheint notwendig: Vielfach bildet das Wegwerfen noch immer eine Blindstelle des Konsums und der Konsumgeschichte, durch den Fokus auf Produzieren und Konsumieren wurde das afterlife der world of goods kaum berücksichtigt. Das Inkludieren von Müll und Wegwerfen führt zu einem Hinterfragen von linearen Narrativen, des Wachstums auf der einen wie der Umweltzerstörung auf der anderen Seite. Eine Brücke zur Sozialgeschichte lässt sich durch den Aspekt der Umwelt(un)gerechtigkeit (environmental justice) schlagen, die nach den sozialen Parametern von Entsorgungsorten und den daraus resultierenden Belastungen fragt.50
Aber auch die „Müllgeschichte“ weist Blindstellen auf: Langfristige Betrachtungen sind selten, die Wegwerfenden selbst, wenngleich zwei der Bücher den Begriff Gesellschaft im Titel tragen, werden nur am Rande thematisiert, bei Wolfgang König wie Martin Melosi fehlt das eigentliche Wegwerfen, das sicherlich keine anthropologische Konstante bildete. Über ländliches Wegwerfen weiß man kaum etwas (Roman Köster etwa spricht es nur knapp an, S. 87), wenngleich es sich seit 1950er Jahren vermutlich ähnlich stark verändert hat wie das Verhalten in den Städten. Würde sich nicht, wenn zeitgeschichtliches Wegwerfen betrachtet wird, Oral History als Methode anbieten? Das Potenzial deutet Martin Melosi an, wenngleich er eher an politischen und technischen Stakeholdern interessiert ist. Auf die Kritik am Wegwerfen wird nur bei Roman Köster etwas ausführlicher eingegangen (S. 348–353), Wolfgang König referiert dies überblicksartig in der Einleitung (S. 9–14), bei Martin Melosi findet sich lediglich die Kritik der Anrainer gegenüber Deponien. Selten wird Abfallbeseitigung respektive Recycling aus der Perspektive der labour history betrachtet: Müllarbeit war (und ist) in weiten Teilen eine un- oder dequalifizierte Arbeit mit teilweise hoher Arbeitsbelastung, über Jahrhunderte war es ein Bereich, in dem vor allem (soziale und ethnische) Minderheiten tätig wurden.51 Im Falle Deutschlands fragt man sich, warum eine Betrachtung des Wegwerfens in der Nachkriegszeit nicht die Situation in der DDR miteinschließt. Bislang fehlt zudem ein globaler Blick auf das Wegwerfen: Studien aus der Ethnologie und Geografie haben auf Kontinuitäten des Wiederverwertens auf der einen und das „neue“ Wegwerfen auf der anderen Seite verwiesen, auch haben die waste streams in den letzten Jahrzehnten zunehmend eine globale Dimension erreicht.52 Als grundlegende Frage bleibt, ob in der Betrachtung das Trennen von Konsum, Produkten und deren Nachleben wirklich sinnvoll ist. Konzepte der commodity chain, des Metabolismus und der Materialflüsse verfolgen Lebenszyklen von Objekten und Materialien und ermöglichen einen systematischen Blick auf die Implikationen, Logiken und Auswirkungen von Produzieren, Nutzen und Wegwerfen. Das Entsorgen von Lebensmitteln, das von Wolfgang König als Wohlstandsphänomen angesprochen wird (S. 55–65), passt beispielsweise vielleicht besser in eine Ernährungs- als in eine Wegwerfgeschichte.
Darüber hinaus könnte die Betrachtung des Wegwerfens in seiner historischen Dimension einen wichtigen Input für die gegenwärtige Diskussion bringen: Wenn „Zero Waste“ angestrebt wird,53 dann zeigt ein Blick in Vergangenheit, dass die Mülllosigkeit der menschlichen Gesellschaft noch nicht sehr weit zurückliegt.
Besprochene Literatur
König, Wolfgang: Geschichte der Wegwerfgesellschaft. Die Kehrseite des Konsums, 168 S., Steiner, Stuttgart 2019.
Köster, Roman: Hausmüll. Abfall und Gesellschaft in Westdeutschland 1945–1990, 440 S., Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2017.
Melosi, Martin V.: Fresh Kills. A History of Consuming and Discarding in New York City, 800 S., Columbia UP, New York, NY 2020.
Notes
- Köster, Roman: Abfall und Konsum, in: Kleinschmidt, Christian/Logemann, Jan (Hrsg.): Konsum im 19. und 20. Jahrhundert, De Gruyter Oldenbourg, Berlin u. a. 2021, S. 515–534; Heßler, Martina: Wegwerfen. Zum Wandel des Umgangs mit Dingen, in: Zeitschrift für Erziehungswissenschaft 16 (2013), H. 2, S. 253–266; Oldenziel, Ruth/Weber, Heike: Introduction. Reconsidering Recycling, in: Contemporary European History 22 (2013), H. 3, S. 347–370; Stöger, Georg/Reith, Reinhold: Western European Recycling in a Long-term Perspective. Reconsidering Caesuras and Continuities, in: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte 56 (2015), H. 1, S. 267–290. ⮭
- OECD (2021), Municipal waste (indicator), URL: <https://data.oecd.org/waste/municipal-waste.htm> [Zugriff: 11.06.2021]. ⮭
- Kuchenbuch, Ludolf: Abfall – Eine stichwortgeschichtliche Erkundung, in: Calließ, Jörg/Rüsen, Jörn/Striegnitz, Manfred (Hrsg.): Mensch und Umwelt in der Geschichte, Centaurus, Pfaffenweiler 1989, S. 257–276. ⮭
- Trentmann, Frank: Empire of Things. How We Became a World of Consumers, from the Fifteenth Century to the Twenty-First, Penguin Books, London 2017, S. 622f. ⮭
- Melosi, Martin V.: Garbage in the Cities. Refuse, Reform, and the Environment. Pittsburgh UP, Pittsburgh, PA 22005 (orig. 1981). ⮭
- Trentmann: Empire (wie Anm. 4), S. 622f. ⮭
- Strasser, Susan: Waste and Want. A Social History of Trash, Holt, New York 1999; Pfister, Christian (Hrsg.): Das 1950er Syndrom. Der Weg in die Konsumgesellschaft, Haupt, Bern u. a. 21996 – vgl. dazu die nicht sehr substantielle Kritik Kösters an Pfister, Köster: Abfall (wie Anm. 1), S. 70–75. ⮭
- Vgl. dazu als Überblick: Haumann, Sebastian: Zwischen „Nachhaltigkeit“ und „Anthropozän“. Neue Tendenzen in der Umweltgeschichte, in: Neue Politische Literatur 64 (2019), H. 2, S. 295–326. ⮭
- Moisi, Laura: Die Politisierung des Abfalls. Elemente einer Kulturtheorie häuslicher Müllentsorgung, De Gruyter, Berlin u. a. 2020; Zimring, Carl A./Rathje, William L. (Hrsg.): Encyclopedia of Consumption and Waste. The Social Science of Garbage, SAGE, Los Angeles, CA u. a. 2012; Samida, Stefanie/Eggert, Manfred K. H./Hahn, Hans Peter (Hrsg.): Handbuch Materielle Kultur. Bedeutungen – Konzepte – Disziplinen, Metzler, Stuttgart u. a. 2014, S. 104–109, S. 157–161. ⮭
- Vgl. z. B. Köster: Abfall (wie Anm. 1); Goldstein, Joshua: Waste, in: Trentmann, Frank (Hrsg.): The Oxford Handbook of the History of Consumption, Oxford UP, Oxford u. a. 2014, 327–347; Weber, Heike: Twentieth-Century Wastescapes. Cities, Consumers, and their Dumping Grounds, in: Soens, Tim u. a. (Hrsg.): Urbanizing Nature. Actors and Agency (Dis)Connecting Cities and Nature Since 1500, Routledge, New York, NY u. a. 2019, S. 261–289. ⮭
- König, Wolfgang: Geschichte der Wegwerfgesellschaft. Die Kehrseite des Konsums, Steiner, Stuttgart 2019; Köster, Roman: Hausmüll. Abfall und Gesellschaft in Westdeutschland 1945–1990, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2017 (orig. 2009); Melosi, Martin V.: Fresh Kills. A History of Consuming and Discarding in New York City, Columbia UP, New York, NY 2020. ⮭
- Wikipedia beispielsweise auf S. 47, 62, 86f. und 129f. ⮭
- Der frühere und heute weitgehend unsichtbare Sanierungsfall befindet sich in Fresno – vgl. Melosi, Martin V.: The Fresno Sanitary Landfill in an American Cultural Context, in: Public Historian 24 (2002), H. 3, S. 17–35. ⮭
- Douglas, Mary: Purity and Danger. An Analysis of Concepts of Pollution and Taboo, Routledge, London 1984 (Erstauflage 1969), S. 39f.; vgl. Oldenziel: Introduction (wie Anm. 1), S. 355 und Weber, Heike: Abfall, in: Samida: Handbuch (wie Anm. 9), S. 157–161. ⮭
- Kuchenbuch: Abfall (wie Anm. 3), S. 263–268. ⮭
- Strasser: Waste (wie Anm. 7), S. 21–27; Pfister: Syndrom (wie Anm. 7), S. 22; vgl. Köster: Hausmüll (wie Anm. 11), S. 339f. ⮭
- Melosi: Garbage (wie Anm. 5), S. 17–41; Köster: Hausmüll (wie Anm. 11), S. 81–87. ⮭
- Köster: Hausmüll (wie Anm. 11), S. 150f.; Melosi: Fresh Kills (wie Anm. 11), S. 38. ⮭
- Melosi: Fresh Kills (wie Anm. 11), S. 66; Köster: Hausmüll (wie Anm. 11), 36–40; Stöger: Recycling (wie Anm. 1), 282f. ⮭
- König: Wegwerfgesellschaft (wie Anm. 11), S. 18; Köster: Hausmüll (wie Anm. 11), S. 9f. u. 27–35. ⮭
- Nur Köster erwähnt Sperrmüll zumindest sporadisch – vgl. Köster: Hausmüll (wie Anm. 11), S. 109, 129 u. 157; vgl. als rudimentären Themenaufriss: Weber, Heike: Vom Hausrat zum Sperrmüll – Sperrmüll als Phänomen der „Wegwerfgesellschaf“, in: Pesch, Dorothee/Spiegel, Beate (Hrsg.): Sparen, Verschwenden, Wiederverwenden. Vom Wert der Dinge, Schwäbisches Volkskundemuseum, Oberschönenfeld 2017, S. 28–35. ⮭
- Köster: Hausmüll (wie Anm. 11), S. 111–119; vgl. ebd., S. 129. ⮭
- Berg, Anne: The Nazi Rag-pickers and their Wine. The Politics of Waste and Recycling in Nazi Germany, in: Social History 40 (2015), H. 4, S. 446–472; vgl. Köster: Hausmüll (wie Anm. 11), S. 341–343. ⮭
- Cooper, Tim: Challenging the ‚Refuse Revolution‘. War, Waste and the Rediscovery of Recycling, 1900–50, in: Historical Research 81 (2008), H. 4, S. 710–731. ⮭
- Packard, Vance: Die große Verschwendung (The Waste Makers), Econ, Düsseldorf u. a. 1961. ⮭
- Krajewski, Markus: Fehler-Planungen. Zur Geschichte und Theorie der industriellen Obsoleszenz, in: Technikgeschichte 81 (2014), H. 1, S. 91–114. ⮭
- Melosi: Fresh Kills (wie Anm. 11), S. 320f., S. 356; König: Wegwerfgesellschaft (wie Anm. 11), S. 32ff.; Köster: Hausmüll (wie Anm. 11), S. 335–385. ⮭
- Vgl. zum euphemistischen „Entsorgen“: Strauß, Gerhard/Haß, Ulrike/Harras, Gisela: Brisante Wörter von Agitation bis Zeitgeist, De Gruyter, Berlin u. a. 1989, S. 462–466. ⮭
- Vgl. als Überblicke: Cooper: Challenging (wie Anm. 24) und Melosi, Martin: Waste Management, in: Krech, Shepard/McNeill, J.R./Merchant, Carolyn (Hrsg.): Encyclopedia of World Environmental History, Routledge, New York, NY 2004, S. 1291–1299. ⮭
- Melosi: Fresh Kills (wie Anm. 11), S. 3f. ⮭
- Ebd., S. 32. ⮭
- Ebd., S. 45f., S. 145. ⮭
- Ebd., S. 47f.; vgl. zu den ähnlichen Problemen in Westdeutschland: Köster: Hausmüll (wie Anm. 11), S. 152–155. ⮭
- Melosi: Fresh Kills (wie Anm. 11), S. 59. ⮭
- Köster: Hausmüll (wie Anm. 11), S. 90–110. ⮭
- Melosi: Fresh Kills (wie Anm. 11), S. 419, S. 332. ⮭
- Cooper, Timothy: Burying the „Refuse Revolution“. The Rise of Controlled Tipping in Britain, 1920–1960, in: Environment and Planning A 42 (2010), H. 5, S. 1033–1048. ⮭
- König: Wegwerfgesellschaft (wie Anm. 11), S. 21; Köster: Hausmüll (wie Anm. 11), S. 53. ⮭
- König: Wegwerfgesellschaft (wie Anm. 11), S. 83; Salehabadi, Djahane B.: The Scramble for Digital Waste in Berlin, in: Oldenziel, Ruth/Trischler, Helmuth (Hrsg.): Cycling and Recycling. Histories of Sustainable Practices, Berghahn, New York, NY 2016, S. 202–214; Tranberg Hansen, Karen: Salaula. The World of Secondhand Clothing and Zambia, Chicago UP, Chicago, IL u. a. 2000. ⮭
- Vgl. als Überblick Weber: Wastescapes (wie Anm. 10). ⮭
- Melosi: Fresh Kills (wie Anm. 11), S. 200f., 243. ⮭
- Ebd., S. 253; Köster: Hausmüll (wie Anm. 11), S. 213–223. ⮭
- Melosi: Fresh Kills (wie Anm. 11), S. 265. ⮭
- Köster: Hausmüll (wie Anm. 11), S. 249–258. ⮭
- Melosi: Fresh Kills (wie Anm. 11), S. 373. ⮭
- Ebd., S. 244, 324, 440, 457, 471–476. ⮭
- Weber: Wastescapes (wie Anm. 10), S. 261. ⮭
- Melosi: Fresh Kills (wie Anm. 11), S. 492f., 496f., 503. ⮭
- Ebd., S. 536, 493f.; vgl. zu einem anderen Kontext mit ähnlichen Problemen: Meyer, Torsten: Der Senftenberger See oder das Ende der „Mondlandschaft“?, in: Jahrbuch für Regionalgeschichte 23 (2005), S. 113–142. ⮭
- Dies ist bislang eher für toxische Abfälle erfolgt: vgl. Newman, Richard S.: Love Canal. A Toxic History from Colonial Times to the Present, Oxford UP, New York, NY 2016. ⮭
- Köster: Hausmüll (wie Anm. 11), S. 134–148. ⮭
- König: Wegwerfgesellschaft (wie Anm. 11), S. 31. ⮭
- Vgl. zu New York Melosi: Fresh Kills (wie Anm. 11), S. 531. ⮭