Bade, Klaus J.: Europa und die Migration am Ende des 20. Jahrhunderts. Akademievorlesung gehalten am 4. Juli 2000, 34 S., Vandenhoek & Ruprecht, Hamburg 2000.

Die Vorlesung greift nochmals die Inhalte des fünften Kapitels von Klaus J. Bades europäischer Migrationsgeschichte „Europa in Bewegung“ (vgl. NPL 46 (2001), S. 155f.) auf. Sie ist als gezielter Appell an die Verantwortlichen, sich der aktuellen Probleme anzunehmen, zu verstehen. Fakt ist zum einen: Europa ist nach dem Zweiten Weltkrieg ein Einwanderungskontinent geworden. Zum anderen: Es sind ganz unterschiedliche Gruppen, die Europa ansteuern (Aussiedler, Asylanten, nachziehende Familienangehörige, illegale Zuwanderer, legale Arbeitsmigranten, Flüchtlinge mit unterschiedlichem Status), was ganz unterschiedliche Folgerungen und Forderungen für den Umgang mit diesen Gruppen nahelegt.

Bade lehnt die Diskussion über die ‚Festung Europa‘ ab, da diese vermeintliche Konzeption keinerlei Lösung anbiete, die den wirklichen Umständen gerecht werde. Die Diskussion müsse sich vielmehr sowohl an einer begrenzten Einwanderung orientieren als auch am Kampf gegen internationale Schleuserorganisationen. Migration insgesamt sei zu entkriminalisieren und durch eine humanitäre Asylpolitik und eine nützliche Einwanderungspolitik zu koordinieren. Beide haben unterschiedliche Inhalte. Den Zugang von Asylsuchenden könne langfristig nur die Bekämpfung der Ursachen unfreiwilliger Migration sowie eine gezielte Entwicklungspolitik in den Ausgangsräumen abschwächen. Demgegenüber seien Einwanderung und Arbeitswanderung durch handfeste ökonomische Interessen und sozialpolitische Notwendigkeiten (soziale Sicherung bei gleichzeitiger Überalterung) geprägt.

Bonn, Rolf Messerschmidt

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