Pieter Wagenaar: Recent corruption studies: a review

Abstract

Seit den 1990er Jahren ist ,Korruption‘ zu einem wissenschaftlichen Forschungsthema avanciert. Die aktuelle Korruptionsforschung lässt sich dabei grob in zwei Gruppen einteilen: in 'Universalisten', die der Ansicht sind, Korruption sei ein Verstoß gegen universal geteilte Normen und in ,Partikularisten‘, die die historische Bedingtheit von als korrupte Pratiken bewerteten Vorgängen betonen. Der Artikel gibt einen Überblick über die jeweiligen Ausrichtungen in aktuellen Veröffentlichungen verschiedener Forschungsbereiche und loteten deren Mehrwert aber auch deren Grenzen aus. ,Universalistische‘ Ansätze sind vor allem in Analysen zeitgenössischer Korruptionsfälle zu beobachten, stoßen aber mit ihrer Annahme universell geteilter Normen stets an ihre Grenzen. Die Grenzen der ,partikularistischen‘ Ansätze sieht der Autor vor allem dann gegeben, wenn die Korruptionsdiskurse keine Einbettung in die Erfahrungswelten der Akteure erfahren, wie dies allerdings Susanne Schattenberg und Frank Bajohr beispielhaft gelungen ist. Der besondere Vorteil dieser Forschungsrichtung bleibt, dass er das Kerngeschäft der geschichtswissenschaftlichen Forschung berücksichtigt: Den Wandel von Deutungs- und Bewertungssystemen.

The following titles were discussed i.a.: 
Rose-Ackerman, S. (Hrsg.): International Handbook on the Economics of Corruption (62); Haller, D./Shore, Cris (Hrsg.): Corruption (64); Bajohr, F.: Parvenüs und Profiteure (65); Engels, J./Fahrmeir, A./Nützenadel, A. (Hrsg.): Geld, Geschenke, Politik (66);  Schattenberg, S.: Die korrupte Provinz (67); Gould, W.: Bureaucracy, Community and Influence in India (68)

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